Huber Alois · Nationalrat · 2025-12-17
Huber Alois · Nationalrat · Aargau · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2025-12-17
Wortprotokoll
Ich muss Ihnen schon sagen, ich habe die Debatte sehr genau verfolgt. Worüber sprechen wir hier? Sprechen wir über die Initiative oder über eine Agrarpolitik, die von vielen auf der linken Seite falsch gemacht wird? Es ist eine Katastrophe, wie Sie meinen Berufskollegen vorwerfen, dass sie nur Falsches und Dummes machen. Wenn Sie bessere Politik betreiben würden, wäre das vielleicht nicht so. Ich muss Ihnen weiter auch noch sagen, dass die Landwirtschaft in der Schweiz ein sehr hohes Ansehen hat, wir hier drinnen aber überhaupt keines. Ich finde es sehr daneben, dass jetzt die Agrarpolitik kritisiert und nicht zu dieser Initiative gesprochen wird. Es sagen ja alle, die Initiative sei nicht richtig, sie sei falsch. Es wurde aufgezeigt, dass sie nicht funktioniert. Wenn hier nun Leute sagen, für die Tiere würden wir viel mehr Geld bekommen, dann zeige ich ihnen gerne meine Direktzahlungen. Ich habe viel mehr Direktzahlungen für Biodiversität, für pflanzenbauliche Produktion usw.
Bleiben Sie doch bitte bei der Wahrheit, erzählen Sie hier vorne keine Unwahrheiten. Wieso müssen Sie die Bauern schlechtmachen, wenn eine Initiative vorliegt, die man nicht durchsetzen kann? Jetzt tragen einfach wieder die Bauern mit ihrer Agrarpolitik die Schuld. Aber die Initiative ist nicht realisierbar. Die Tiere werden verdammt. Wissen Sie auch, wieso wir fruchtbare Böden haben? Das kommt von den Tieren, das kommt von den Wiederkäuern, die in Tausenden von Jahren unsere fruchtbare Erde hergestellt haben; Sie können bei Bio Suisse nachfragen.
Und dann kommen Sie mit nachhaltigen Lebensmitteln. Ich bin seit dreissig Jahren Bioproduzent. Wieso stagniert die Bioproduktion bei 10 oder 11 Prozent? Bei den Abstimmungen sind immer 35 oder 40 Prozent dafür. Wo sind dann die 20 oder 25 Prozent, die diese Lebensmittel wollen, sie aber nicht kaufen? Das ist doch total daneben. Bleiben Sie doch bei den Tatsachen: Die Initiative ist nicht umsetzbar, weil unsere Böden ohne die Kunstwiese, die unsere Tiere essen, nicht mehr fruchtbar sein werden. Und wenn Sie meinen, die Belastung sei dann besser: Schauen Sie mal genau nach, welche Böden eigentlich Umweltprobleme verursachen - sicher nicht unsere Graslandböden, unsere Weiden.
Ich bitte Sie: Bleiben Sie vernünftig, seien Sie ehrlich, und machen Sie nicht etwas schlecht, was nicht schlecht ist.