Maissen Theo · Ständerat · 2000-03-21
Maissen Theo · Ständerat · Graubünden · Christlichdemokratische Fraktion · 2000-03-21
Wortprotokoll
Ich bin selbstverständlich für Eintreten, habe aber in diesem Zusammenhang zwei Fragen an Herrn Bundesrat Leuenberger:
1. Es geht um die Probleme der Kantone, die nicht vom Orkan Lothar betroffen sind. Dort gibt es nämlich aufgrund von Lothar auch neue Situationen; ich wäre froh, wenn uns Herr Leuenberger sagen würde, wie sein Departement das sieht.
Wir wissen ja, dass es einen empfohlenen Nutzungsstopp gibt; das ist sinnvoll, weil es aus den geschädigten Wäldern einen grossen Anfall von Holz gibt. Man sagt, dass nun in jenen Kantonen, die nicht von Lothar betroffen sind, nur etwa 30 Prozent der Nutzungen durchgeführt werden sollen. Das bedeutet für den Kanton Graubünden, dass dort praktisch nur noch Zwangsnutzungen möglich sind; dieser Drittel umfasst in etwa die Zwangsnutzungen in üblichen Jahren. Ist es so - ich wäre froh, wenn Herr Bundesrat Leuenberger dazu Stellung nehmen würde -, dass die notwendigen Mittel zur Deckung der Zwangsnutzungen trotz Lothar und den zusätzlichen Aufwendungen jenen Kantonen, die nicht betroffen sind, weiterhin gewährt werden?
2. Es gibt von den Kantonen, die nicht vom Orkan Lothar geschädigt sind, Unterstützungsangebote, bei den Arbeiten in den anderen Kantonen zu helfen. Wir haben in Graubünden normalerweise ein Arbeitsvolumen von 500 000 Stunden, und nun kann man einen Teil dieser Stunden bei den Kantonen einsetzen, die durch Lothar verursachte Schäden haben; aber es bleiben immer noch 350 000 Stunden, die an und für sich gearbeitet werden müssten. Wenn man wegen des Nutzungsstopps nur noch reduzierte Nutzungsmöglichkeiten hat, bleiben von diesem normalen Arbeitsvolumen relativ viele Stunden übrig. Wir rechnen, dass das in [PAGE 133] Graubünden etwa 200 000 Stunden sind. Ist es vorgesehen und durch Unterstützung des Bundes möglich, dass man nun diese Stunden, die hier von den Forstgruppen usw. verfügbar sind, anders nutzt, indem man durch eine entsprechende Mehrzuteilung von Stunden in den Bereichen Waldbau, Waldpflege - neue Pflegeschwerpunkte im Jahr 2000 - in jenen Kantonen eine sinnvolle Arbeitsauslastung hat, wo man mit der Holzernte zurückfährt?
In diesem Zusammenhang muss ich sagen: Ich habe grösste Bedenken hinsichtlich des Antrages Dettling, der nun in einer Hauruck-Übung zusätzliche Arbeitskräfte für den Bereich der Holzernte in die Schweiz hereinlassen will, obwohl vom Arbeitsanfall her die Räumungen durchaus etwas erstreckt werden könnten. Ich glaube, beim Antrag Dettling müssen wir uns dann noch gut überlegen, ob das der sinnvolle Weg ist.
Aber beim Eintreten bitte ich um Beantwortung dieser zwei Fragen betreffend die Verfügbarkeit der Mittel für die Zwangsnutzungen, die üblich sind, und betreffend die Möglichkeit der Intensivierung der Pflegemassnahmen.