Regazzi Fabio · Ständerat · 2026-03-16
Regazzi Fabio · Ständerat · Tessin · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP. · 2026-03-16
Wortprotokoll
Vorweg möchte ich mich bei den Kommissionsmitgliedern beider Räte für die Unterstützung des Anliegens und für die angebrachte Präzisierung bestens bedanken. Es ist wichtig, dass der Wortlaut der Motion insofern präzisiert wurde, als die Strategie gegen den Missbrauch unserer Bilder aufeinander abgestimmte ethische, technische, rechtliche, sensibilisierende und intervenierende Initiativen umfassen sowie konkrete Schutzmassnahmen von öffentlichen und privaten Akteuren anstossen soll. Da die Flut an gefälschten Bildern und Videos nicht auf die Schweiz begrenzt ist, soll sich die Strategie an den umfassenden Schutzansätzen für Kinder und Jugendliche der Europäischen Union orientieren. Dabei geht es ausdrücklich nicht um eine Übernahme von EU-Recht, sondern um eine Orientierung an bewährten und umfassenden Schutzansätzen.
Au début de l'année, l'IA Grok, intégrée à la plateforme X, a illustré la rapidité avec laquelle des images peuvent être manipulées en ligne. Elle a modifié des photos de femmes et d'enfants pour les représenter vêtus de manière extrêmement légère - c'est un euphémisme - et dans des poses équivoques. Ces images ont ensuite été diffusées massivement sur la plateforme, sans le consentement des personnes représentées. Avant l'IA Grok, le groupe Facebook né en Italie "Mia moglie", par exemple, et d'autres sites similaires étaient déjà au centre du débat public. Pendant des années, des milliers d'internautes ont partagé sans consentement des images et des vidéos intimes de femmes. Les cibles étaient les épouses et les ex-partenaires, mais aussi les soeurs, les mères, les collègues, les personnalités publiques ou de parfaites inconnues. Il y avait plusieurs sections réservées au Tessin[NB]; c'est donc un phénomène qui a touché aussi la Suisse.
Damit einhergehend ist weltweit ein rasanter Anstieg sogenannter Sextortion-Fälle zu beobachten, bei denen Kinder und Jugendliche mit echten oder mittels Deepfake-Technologie erstellten intimen Aufnahmen erpresst oder bedroht werden. Der Einsatz von KI bei der sexuellen Ausbeutung von Minderjährigen spielt dabei eine wesentliche Rolle. Gemäss der Meldestelle Cyber Tipline des National Center for Missing and Exploited Children der USA ist die Zahl entsprechender Meldungen im Jahr 2024 im Vergleich zum Vorjahr um 1325 Prozent gestiegen, anders gesagt von 4700 Meldungen auf 67[NB]000 Meldungen. Das sind unglaubliche Zahlen. In der Schweiz berichtet die Meldestelle gegen Pädokriminalität im Internet, clickandstop.ch, von einem alarmierenden Anstieg der Anfragen Jugendlicher, die Opfer von Persönlichkeitsverletzungen durch Deepfakes geworden sind.
Die beobachtete Zunahme von Sextortion-Fällen zeigt, dass die bisherigen Massnahmen nicht genügen. Die Strafverfolgungsbehörden stossen heute schon an ihre Ressourcengrenze und sind erst gefragt, wenn der Schaden schon angerichtet ist. Die Prävention ist schwach aufgestellt. Wesentlich teurer als ein koordiniertes Vorgehen wäre es, nichts zu tun und von der Welle der Deepfakes überrollt zu werden. Wir dürfen den Schutz unserer Bilder im Netz nicht dem Zufall überlassen. Die zunehmende Verbreitung von[NB]Deepfake-Pornografie und KI-gestützten Persönlichkeitsverletzungen betrifft nicht nur die direkt betroffenen Personen, sondern stellt ein Problem für die gesamte Gesellschaft dar. Wir alle laufen Gefahr, dass unsere Online-Bilder durch KI sexualisiert und manipuliert werden. Kinder und Jugendliche sind jedoch in dieser Hinsicht besonders gefährdet und benötigen einen besonderen Schutz ihrer psychischen, physischen und sexuellen Integrität. Wenn Kinder und Jugendliche Opfer von[NB]Deepfake-Missbrauch werden, erstatten sie selten Anzeige und leiden oft ihr ganzes Leben lang unter den Folgen sexueller Erpressung.
Ich bitte Sie, der Motion in der modifizierten Fassung zuzustimmen und damit den Weg für eine vorausschauende und kohärente Strategie gegen Deepfakes und Sextortion zum Schutz vor allem von Frauen und Kindern zu öffnen. [PAGE 255]