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Wasserfallen Christian · Nationalrat · 2026-04-30

Wasserfallen Christian · Nationalrat · Bern · FDP-Liberale Fraktion · 2026-04-30

Wortprotokoll

Diese Vorlage, das muss man schon zugeben, ist dadurch notwendig geworden, dass das Verhältnis zwischen Produktion und Konsumation des Stroms immer unausgeglichener wird. Das ist der Preis, den man bezahlt, wenn man mehr fluktuierende Energie im System hat. Wenn man mehr fluktuierende Energie im System hat und die Prognosen bei den Terminmärkten in Zukunft immer schwieriger werden, dann müssen die Verteilnetzbetreiber einerseits zukaufen, damit sie die Nachfrage decken können, und andererseits auch wieder verkaufen können, wenn sie zu viel zugekauft haben, was dann entsprechend zu Verlusten führt. Diese Verluste wollen sie in die Grundversorgungstarife einpreisen können.

Es ist eine - etwas salopp gesagt - politische Bastelei, die wir hier leider machen müssen, damit nicht nur die Einkäufe, sondern auch die notwendigen Verkäufe in die Grundversorgungstarife einberechnet werden können. Nichtsdestotrotz ist es eine Notwendigkeit, diese Kröte zu schlucken und die Verluste dann auch an den Endkunden weiterzugeben. Es kann aber auch der Fall sein, dass die Verteilnetzbetreiber Risiken minimieren, wenn sie strukturiert beschaffen, um nicht im falschen Moment, wenn sie zu lange zugewartet haben, zu viel Energie zu hohen Preisen einkaufen zu müssen. Also, es ist dann ein Spiel, sowohl bei den Zukäufen als auch bei den Verkäufen zu optimieren, damit die Stromkonsumentinnen und -konsumenten nicht zu grossen Preisschwankungen ausgeliefert sind. Das ist eine hochkomplexe Aufgabe, die sie jeden Tag für uns erledigen.

Damit ist aber auch gesagt - es geht ja hier um die Grundversorgungstarife -: Es besteht jetzt die politische Notwendigkeit, die Preisschwankungen auszugleichen. Wenn wir dann endlich einmal den Endkundenmarkt liberalisieren würden, hätten die Endkonsumentinnen und Endkonsumenten eben die Möglichkeit, ihren Strom bei jenen Stromanbietern und Verteilnetzbetreibern einzukaufen, die vielleicht besser oder intelligenter beschaffen als die anderen. Diese Möglichkeit haben sie heute nicht, weil wir eben den Markt nicht entsprechend liberalisiert haben.

Ich fasse noch einmal zusammen: Die fluktuierende Stromproduktion, die wir teuer subventionieren, führt dazu, dass das Ganze unübersichtlicher wird. Das führt dazu, dass wir hier nachbessern müssen, ohne dass die Konsumentinnen und Konsumenten eine Möglichkeit haben, sich frei in einem Markt zu bewegen. Es wäre wahrscheinlich an der Zeit, dieses System etwas klüger - um nicht das Wort "intelligent" zu benutzen - aufzubauen. Erstens sollten wir weniger Sommerstrom-Überschussproduktion subventionieren, was zu diesem Grundproblem führt, und mehr den Winter in den Fokus nehmen, was das Ganze massiv abdämpfen würde; und zweitens sollte man - das ist ein urfreisinniges Anliegen - den Strommarkt endlich öffnen. Dann hätten die Endkonsumentinnen und -konsumenten die Möglichkeit, sich die Produkte dort zu beschaffen, wo die Tarifsituation am besten oder am günstigsten wäre.

Hier müssen wir also schon einmal reinen Tisch machen, denn ewig so weiterbasteln, wie wir es hier mit parlamentarischen Initiativen tun, ist zu teuer. Das ist für die Industrie, für [PAGE 849] das Gewerbe, für die Privathaushalte keine gute Idee. Aber wir suchen hier immer noch Mehrheiten, insbesondere wenn es darum geht, die Investitionen vor allem in die Winterstromversorgung zu machen. In der Sommersession werden wir dann genügend Zeit haben, darüber zu sprechen.