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Engler Stefan · Ständerat · 2026-06-01

Engler Stefan · Ständerat · Graubünden · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP. · 2026-06-01

Wortprotokoll

Ich begrüsse Sie zur Sommersession 2026 und erkläre sie für eröffnet.

Auch wenn es am Schluss nicht zum Weltmeistertitel gereicht hat: Die Eishockey-Nationalmannschaft hat gezeigt, was möglich wird, wenn Menschen an ein gemeinsames Ziel glauben, Verantwortung übernehmen und ihre Stärken zum Wohl des Ganzen einsetzen. Die Mannschaft steht für Zusammenhalt, Einsatzbereitschaft, Mut und Charakter. Sie erinnert uns daran, dass Erfolg nicht aus grossen Worten entsteht, sondern aus täglicher Arbeit, gegenseitigem Vertrauen und dem festen Willen, gemeinsam etwas zu erreichen.

C'est là aussi un message pour la Suisse et pour la politique. Aucun défi n'est trop grand si l'on fait passer les objectifs communs avant les intérêts particuliers, si l'on se fait confiance et si chacune et chacun assume ses responsabilités envers les autres. C'est lorsque la solidarité, la motivation et le courage se rejoignent que naissent les forces qui font avancer un pays.

In einer Zeit, die von globalen Verwerfungen, Krisenmeldungen und Unsicherheiten geprägt ist, haben solche Momente eine besondere Bedeutung. Sie lenken nicht von den Herausforderungen der Welt ab, sondern erinnern uns daran, wofür wir diese Herausforderungen überhaupt bewältigen: für ein gutes Zusammenleben, für Gemeinschaft und für die Freude am Leben.

L'entusiasmo per i campionati del mondo di hockey su ghiaccio dimostra come un'intera nazione possa ritrovarsi per un attimo unita. Persone provenienti da regioni diverse, che parlano lingue diverse, che appartengono a generazioni diverse e che seguono ideologie politiche diverse condividono la stessa speranza, la stessa tensione, la stessa gioia. Queste esperienze creano un senso di appartenenza e rafforzano la fiducia nel bene comune.

Ähnliches leisten auch die eidgenössischen Feste: Das Eidgenössische Musikfest in Biel, das Eidgenössische Schützenfest in Graubünden und das Eidgenössische Jodlerfest in Basel bringen Menschen aus allen Teilen der Schweiz zusammen. Sie fördern Begegnungen, Freundschaften und gegenseitigen Respekt. Sie lassen die Vielfalt unseres Landes sichtbar werden und machen erlebbar, was uns verbindet. Den Veranstaltern dieser eidgenössischen Feste gebührt deshalb unsere Wertschätzung. Wir haben guten Grund, für die unzähligen Stunden an geleisteter Freiwilligenarbeit Danke zu sagen.

Auch für die Politik spiegeln diese eidgenössischen Feste eine wichtige Botschaft: Ein Land lebt nicht allein von Institutionen, Gesetzen und wirtschaftlichen Kennzahlen; es lebt auch von gemeinsamen Erlebnissen, von Zuversicht und von Orten, an denen Menschen sich als Teil eines grösseren Ganzen erfahren.

Präsident (Engler Stefan, Präsident): (discurra surmiran) In pajais na viva betg mo d'instituziuns, da leschas e da cifras da prestaziuns economicas. El viva surtut d'eveniments cuminaivels, d'optimissem e da lieus, nua che nus ans sentin sco part d'ina cuminanza.

Eine lebendige Demokratie braucht also nicht nur Verantwortung und Leistungsbereitschaft, sondern auch Begeisterung, Kultur, Sport und Feste. Diese sind kein Luxus am Rand des Gemeinwesens, sondern ein Teil dessen, was den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärkt und unserem Land Kraft gibt. Wenn die Schweiz gemeinsam jubelt, musiziert, schiesst oder singt, dann zeigt sich eine Seite unseres Landes, die ebenso wertvoll ist wie seine politischen und wirtschaftlichen Erfolge, die Fähigkeit nämlich, Gemeinschaft zu leben und Freude miteinander zu teilen.

Wenn Sie mich fragen, was die Politik dazu beitragen kann, sage ich Ihnen Folgendes: Zusammenhalt entsteht weniger in Parlamentsdebatten, sondern eher dort, wo Menschen einander begegnen, gemeinsam musizieren, feiern, sportliche Erfolge erleben oder Traditionen pflegen. Die Politik kann aber dafür sorgen, dass solche Anlässe auch in Zukunft möglich bleiben. Sie kann die Rahmenbedingungen schaffen, damit Vereine, Verbände und Freiwillige ihre Arbeit leisten können. Sie kann Traditionen respektieren, das Ehrenamt stärken, Bürokratie verhältnismässig halten, Infrastrukturen bereitstellen und die Sicherheit gewährleisten. Die Politik kann Gemeinschaft nicht anordnen, aber sie kann Bedingungen schaffen, unter denen Gemeinschaft wachsen kann. Sie kann keine Begeisterung beschliessen, aber sie kann den Raum erhalten, in dem Begeisterung entsteht. Sie kann keine Verbundenheit verordnen, aber sie kann jene Menschen unterstützen, die sie tagtäglich leben.

Lassen Sie uns also mit dem Spirit der Eishockey-Nationalmannschaft die Eröffnung dieser Sommersession miteinander begehen - zumal Politik und Eishockey auch viele Gemeinsamkeiten haben, nämlich schnelle Vorstösse und überraschende Gegenangriffe; man steckt Schläge ein, kämpft um jeden Zentimeter und hofft, dass das eigene Team im entscheidenden Moment ins Powerplay kommt und daraus mehr macht als nur schöne Pässe.

Es hat noch einige Änderungen am Programm der Sommersession gegeben. Sie erhalten in Kürze die Liste der Anpassungen. Die Nachmittagssitzung am Mittwoch der ersten Woche konnte vom Büro bereits definitiv abgesagt werden. Am Mittwochnachmittag der zweiten Woche finden die Fraktionsausflüge statt, die Nachmittagssitzungen der dritten Woche bleiben bis auf Weiteres auf dem Programm. Ob sie nötig sein werden, hängt letztlich von der Dauer der Beratungen ab.

Zur Beratung der heutigen Geschäfte begrüsse ich Frau Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider.