Engler Stefan · Ständerat · 2026-06-04
Engler Stefan · Ständerat · Graubünden · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP. · 2026-06-04
Wortprotokoll
Nun begrüsse ich herzlich die beiden Delegationen aus den Kantonen Appenzell Ausserrhoden und Luzern auf der Tribüne. Die Delegation aus Appenzell Ausserrhoden wird vom Präsidenten des Kantonsrates, Hans Koller, geleitet. Die Delegation aus Luzern steht unter der Leitung von Kantonsratspräsidentin Gisela Widmer Reichlin.
Es ist mir eine grosse Freude, Sie hier im Bundeshaus begrüssen zu dürfen. Auch Ihre beiden Kantone sind in diesem Gebäude auf ganz besondere Weise vertreten. Als Sie das Parlamentsgebäude über den Haupteingang betreten haben, haben Sie vermutlich die drei Eidgenossen und die beeindruckende Kuppel mit dem Schweizerkreuz bewundert. Weniger Aufmerksamkeit haben Sie wahrscheinlich dem Teppich geschenkt, der die Stufen der Haupttreppe bedeckt. Liebe Gäste aus Appenzell Ausserrhoden, dieser Teppich stammt aus Ihrem Kanton, von einem Unternehmen aus Urnäsch, das althergebrachtes Know-how wieder aufleben lässt. Dieser Teppich wurde von Hand geknüpft und entspricht genau dem Original von 1902. Dieser Teppich ist so weich, dass die Kinder, die das Parlament besichtigen, am liebsten Purzelbäume darauf schlagen würden. Dies beweist, dass traditionelles Handwerk und Komfort Hand in Hand gehen können, sehr zur Freude der Gelenke einiger Ratsmitglieder, die etwas weniger sportlich sind als die besagten Kinder.
Selbstverständlich findet sich hier im Parlamentsgebäude auch Handwerkskunst aus dem Kanton Luzern. So stammt der Kronleuchter in unserem Saal von einem Luzerner Künstler, Ludwig Schnyder von Wartensee. Dieses eindrucksvolle schmiedeeiserne Werk, das Anfang des 20.[NB]Jahrhunderts entstand, zählt mehr als 200 Glühbirnen und wiegt rund eineinhalb Tonnen, womit es einer der grössten aus jener Zeit erhalten gebliebenen Leuchter ist. Bei den Restaurationsarbeiten im Jahre 2001 entdeckte man, dass der zentrale Leuchterkorb als Versteck diente. Im Laufe der Jahrzehnte hinterliessen die Arbeiter, die für die Instandstellung dieses Werkes von 1902 verantwortlich waren, kleine Gegenstände und Nachrichten, Karten, Zeitungsausschnitte und Erinnerungsstücke als Zeugnisse ihrer Zeit. Auf diese Weise bewahrt der Leuchter auch die Erinnerung an jene, die zum Unterhalt dieses Gebäudes beigetragen haben.
Während der Luzerner Kronleuchter seit 1902 die Debatten des Ständerates erhellt, sorgt das Ausserrhodner Kunsthandwerk seit Generationen dafür, dass diejenigen, die diese Debatten führen, anschliessend sanft die Treppe hinunterschreiten können. Ich danke Ihnen herzlich für Ihren Besuch. (Grosser Beifall)