Knutti Thomas · Nationalrat · 2026-06-08
Knutti Thomas · Nationalrat · Bern · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2026-06-08
Wortprotokoll
Es gibt aus meiner Sicht zahlreiche gute Gründe, sowohl die Initiative als auch den Gegenvorschlag zu unterstützen. Bevor die sogenannte Energiewende begann und bevor die ideologisch getriebene Klimahysterie unsere Energiepolitik dominierte, verfügte die Schweiz über einen ausgezeichneten Strommix aus Wasserkraft und Kernenergie. Vor allem aber verfügten wir über etwas Entscheidendes: über eine sichere und zuverlässige Stromversorgung. Für mich hat eine starke inländische Stromproduktion allerhöchste Priorität. Denn eines ist klar: In einer Krise wird uns kein anderes Land grosszügig mit Strom versorgen. Unsere Nachbarn werden zuerst für ihre eigene Bevölkerung sorgen. Wer etwas anderes behauptet, der ignoriert die Realität. Und wissen Sie, was dann passiert? Dann sitzen die Menschen in unserem Land im Dunkeln, die Heizung fällt aus, das Licht bleibt aus, das Mobiltelefon funktioniert nicht mehr, der Zahlungsverkehr bricht zusammen - und heute trägt kaum noch jemand Bargeld bei sich. Trotzdem wird der Bevölkerung eingeredet, ein Stromabkommen mit der EU garantiere unsere Versorgungssicherheit. Nichts ist garantiert, gar nichts, und am Ende hat die Schweiz das Nachsehen.
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BABS) bezeichnet eine Strommangellage als das grösste, teuerste und gefährlichste Risiko für unser Land. Die Folgen wären dramatisch: keine Wasserversorgung, kein funktionierender Verkehr, keine funktionierende Wirtschaft, keine Versorgungssicherheit. Trotzdem handelt die Politik nicht entschlossen genug, im Gegenteil: Die aktuelle Energiepolitik baut auf Wunschdenken, auf wetterabhängige Produktion und auf Stromimporte. Doch diese Importe sind keineswegs gesichert. Unsere Nachbarländer kämpfen bereits heute selbst mit Versorgungsproblemen und steigender Nachfrage. Gleichzeitig will die Schweiz bis 2050 klimaneutral werden. Das bedeutet einen massiv steigenden Strombedarf. Hinzu kommen Digitalisierung, künstliche Intelligenz, Wirtschaftswachstum und Bevölkerungswachstum. Der Stromverbrauch wird nicht sinken, er wird steigen.
Umso erstaunlicher ist es, dass man weiterhin so tut, als könnten Windräder und Solarpanels allein die Versorgungssicherheit gewährleisten. Die Bevölkerung beginnt, diese Widersprüche zu erkennen. Die gestern veröffentlichte Umfrage, wonach 55 Prozent der Bevölkerung die Blackout-Initiative annehmen wollen, überrascht mich deshalb überhaupt nicht. Die Menschen haben die Schlagworte längst durchschaut: Energiewende, erneuerbare Energien, Windkraft, Solarstrom. In Bezug auf Wind- und Sonnenenergie war man von Anfang an nicht ehrlich; heute sprechen wir trotz Milliardeninvestitionen von einem vergleichsweise kleinen Anteil an der gesamten Stromproduktion zwischen 8 und 11 Prozent. Wenn die Sonne nicht scheint und wenn der Wind nicht weht, wollen die Menschen trotzdem kochen, heizen, waschen, arbeiten und ihre Betriebe am Laufen halten. Auch die Landwirtschaft kann dann nicht einfach Pause machen. Dazu kommt eine weitere Realität: Viele Menschen unterstützen Windkraft nur so lange, bis das Windrad vor ihrer eigenen Haustür steht. Die Verschandelung unserer Alpen mit riesigen und teuren Solaranlagen stösst ebenfalls auf zunehmenden Widerstand.
Wer eine sichere, zuverlässige und unabhängige Stromversorgung will, der unterstützt die Blackout-Initiative wie auch den Gegenvorschlag.