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Schmaltz Anna-Béatrice · Nationalrat · 2026-06-08

Schmaltz Anna-Béatrice · Nationalrat · Zürich · Grüne Fraktion · 2026-06-08

Wortprotokoll

Ich bin mit den Debatten rund um die Atomkraft aufgewachsen. Ich erinnere mich an die Diskussionen über die ungelöste Frage, wie mit dem gefährlichen Atommüll umgegangen werden soll, über die Risiken dieser Technologie und darüber, dass wir eine Verantwortung gegenüber kommenden Generationen haben. Und ich erinnere mich an Fukushima, an diese massive Tragödie, an diesen schweren Atomunfall in Japan.

Die Debatte begleitet mich bis heute. Ich möchte gemeinsam mit den Grünen für kommende Generationen Verantwortung übernehmen. Denn auch wenn man die Sicherheitsfrage ausblendet: Neue Atomkraftwerke lösen keines unserer Probleme. Zu spät, zu teuer, neue Abhängigkeiten und die ungeklärte Frage, wie mit dem gefährlichen Atommüll umgegangen werden soll - das sind die Probleme, auf den Punkt gebracht.

Die Atomkraftwerke kämen viel zu spät. Wir stehen heute vor der Aufgabe, unsere Stromversorgung zu sichern und gleichzeitig die Klimaziele zu erreichen. Darauf müssen wir uns konzentrieren. Es ist sehr unrealistisch, dass neue Atomkraftwerke bis 2050 überhaupt Strom liefern würden. Für die Energiewende, für die Dekarbonisierung und für die Versorgungssicherheit der nächsten Jahrzehnte leisten sie keinen Beitrag. Atomkraftwerke sind massiv teurer und machen uns abhängig vom Import von Uran und somit von teilweise autokratischen Staaten. Und, das muss auch immer wieder gesagt werden, Uran ist endlich.

Für mich ist klar: Wir müssen vorangehen und noch stärker in den Ausbau von erneuerbaren Energien investieren. Die Grünen haben deshalb die Solar-Initiative eingereicht.

2017 hat die Bevölkerung mit der Energiestrategie 2050 den schrittweisen Ausstieg aus der Atomkraft beschlossen. Erst vor Kurzem hat sie mit dem Stromversorgungsgesetz den Ausbau der erneuerbaren Energien bestätigt. Unsere Aufgabe ist es jetzt, diesen Weg konsequent weiterzugehen, nicht die teure und riskante Atomkraft wiederzubeleben.

Als letzter wichtiger Punkt: Die Atomkraft hinterlässt Probleme, die über Generationen bestehen bleiben. Die Frage, wie genau mit dem gefährlichen Atommüll umgegangen werden soll, ist bis heute nicht gelöst. Selbst die Nagra weist darauf hin, dass im geplanten Tiefenlager kein Platz für zusätzliche Abfälle neuer Atomkraftwerke vorgesehen ist. Wer neue AKW fordert, muss also auch ehrlich erklären, wo der zusätzliche Atommüll während Hunderttausenden Jahren gelagert werden soll. Im Kanton Zürich ist die Diskussion rund um das Tiefenlager gross. In der Region löst es verständlicherweise viele Ängste aus. Es ist wichtig, dass wir auch das ernst nehmen. Atomkraft ist nicht einfach eine easy Lösung, sie birgt im Gegenteil extrem viele Nachteile.

Wir wollen Versorgungssicherheit; das erhalten wir vor allem, wenn wir mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien endlich vorangehen, auch und vor allem für die kommenden Generationen. Die Energiezukunft der Schweiz ist erneuerbar und nicht atomar.

Deshalb lehne ich die Blackout-Initiative und den Gegenvorschlag klar ab.