Engler Stefan · Ständerat · 2026-06-16
Engler Stefan · Ständerat · Graubünden · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP. · 2026-06-16
Wortprotokoll
Erlauben Sie mir, an dieser Stelle zwei Delegationen auf der Ständeratstribüne zu begrüssen, die eine aus dem Kanton Neuenburg unter der Leitung des Grossratspräsidenten Romain Dubois und die andere aus dem Kanton Appenzell Innerrhoden unter der Leitung der Grossratspräsidentin Kathrin Birrer. Sie haben den Weg zu uns gefunden, was uns sehr freut. Zwischen Boudry und Appenzell liegen über 250 Kilometer; es ist schön, dass die beiden Kantone heute hier im Parlamentsgebäude zusammenkommen.
Liebe Gäste, bei der Planung und dem Bau des Parlamentsgebäudes verfolgte sein Architekt, Hans Wilhelm Auer, ein ehrgeiziges Ziel: Er wollte so weit wie nur möglich auf Schweizer Künstler und Materialien zurückgreifen. Dies ist ihm zu 95 Prozent gelungen. Die restlichen 5 Prozent führen uns in den Kanton Neuenburg, zu einer der wenigen Ausnahmen, zu Clement Heaton, einem Engländer.
Originaire d'Angleterre, Clement Heaton fait la connaissance de la fille d'un horloger dans le Val-de-Travers et s'établit dans le canton de Neuchâtel après son mariage. Son arrivée en Suisse est toutefois marquée par de grandes difficultés[NB]: en raison d'une interdiction de concurrence, Clement Heaton ne peut plus exercer son métier de peintre verrier.
Doch Heaton legte die typische Neuenburger Flexibilität an den Tag. Er wandte sich der Mosaikkunst zu und entwickelte eigene Verfahren, unter anderem mit einer Prägemaschine für Tapeten.
C'est justement grâce à ce créateur de génie que Neuchâtel apporte sa contribution artistique au Palais du Parlement[NB]: ses papiers peints gaufrés ornant les murs des antichambres du Conseil national et du Conseil des États sont encore aujourd'hui considérés comme des oeuvres d'art exceptionnelles. Elles sont d'autant plus précieuses qu'elles comptent parmi les derniers exemplaires conservés au monde.
Geschätzte Gäste aus dem Kanton Appenzell Innerrhoden, Ihr Kanton ist für seine Traditionen bekannt. Dabei denke ich nicht nur an das gelebte Brauchtum, sondern auch an die Landsgemeinde. Diese Urform der direkten Demokratie prägt Ihren Kanton seit über 600 Jahren und ist bis heute eine lebendige Institution sowie ein starkes Zeichen politischer Teilhabe. Sie zeigt deutlich, dass die Staatsgewalt bei Ihnen unmittelbar in den Händen des Volkes liegt.
Bei der innerrhodischen Exklave Oberegg sind die Grenzverhältnisse für Aussenstehende nicht immer auf Anhieb klar. Darauf dürfte zurückzuführen sein, dass der im oberen Teil der Kuppelhalle verbaute Sandstein aus einem Steinbruch im innerrhodischen Büriswilen auch schon einer nicht existierenden Gemeinde Oberegg im Kanton St. Gallen zugeschrieben wurde. Keine Zweifel bestehen hingegen bei einem auf der Ostseite der Kuppelhalle platzierten Frauenkopf: Diese junge Frau trägt eine besondere Frisur, die bis vor wenigen Jahren Teil der innerrhodischen Sonntagstracht war.
Neuchâtel nous montre la force de la créativité et de l'innovation.
Appenzell Innerrhoden führt uns die Kraft der Traditionen und der direkten Mitbestimmung vor Augen. Damit zeigen die beiden Kantone auf ihre ganz eigene Art und Weise, was die Schweiz ausmacht.
Je vous remercie chaleureusement de votre visite et me réjouis de passer avec vous un moment de convivialité. Herzlich willkommen! (Beifall)