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Humbel Näf Ruth · Nationalrat · 2003-12-16

Humbel Näf Ruth · Nationalrat · Aargau · Christlichdemokratische Fraktion · 2003-12-16

Wortprotokoll

Die Kommission beantragt Ihnen mit 11 zu 7 Stimmen bei 2 Enthaltungen, der parlamentarischen Initiative Grobet Christian Folge zu geben.

Die Mehrheit der Kommission ist der Überzeugung, dass durch ein Verbot der Tabakwerbung der starken Verbreitung des Rauchens vor allem unter Jugendlichen entgegengewirkt werden kann. Es ist leider eine Tatsache, dass immer mehr Jugendliche rauchen. Je früher Jugendliche mit dem Rauchen anfangen, desto stärker wird ihre Abhängigkeit, und desto grösser ist das Risiko späterer Gesundheitsschäden, was wiederum die Gesundheitskosten ansteigen lässt. Rauchen ist einer der wichtigsten gesundheitsschädigenden Faktoren - mit entsprechenden Kostenfolgen. Die exorbitanten Entschädigungen, welche die Tabakindustrie in den USA bezahlen muss, sind hinlänglich bekannt. Die Tabakwerbung beeinflusst zweifellos das Konsumverhalten von Jugendlichen. Tabakwerbung vermittelt ein positives Image: die Assoziation von Freiheit, Spass, Abenteuer und Prestige. Der Zusammenhang zwischen Tabakwerbung und Konsumverhalten ist durch Untersuchungen belegt. Die Situation, in der wir uns befinden, ist äusserst widersprüchlich. Einerseits [PAGE 2034] werden durch die Werbung insbesondere Jugendliche zum Rauchen animiert, und andererseits werden mit Steuergeldern Präventionskampagnen geführt, um Jugendliche vom Rauchen abzuhalten - Präventionsmassnahmen, welche in keinem Verhältnis zu den Werbemitteln und zum Aufwand für den Tabakkonsum stehen.

Der Nationalrat hat in der Herbstsession eine restriktive Drogenpolitik bestätigt. Es ist daher nicht logisch, dass Zigaretten, die Einstiegsdroge Nummer 1, beworben werden können - Zigaretten, welche zwar legal, aber nicht minder gesundheitsschädigend sind und ein hohes Suchtpotenzial haben.

In den meisten EU-Staaten ist Tabakwerbung und Sponsoring eingeschränkt. Verschiedene EU-Mitgliedstaaten verbieten schon heute jede Form von Werbung. Am 1. August 2005 werden die EU-Richtlinien in Kraft treten, welche in allen Mitgliedstaaten die Tabakwerbung mit grenzüberschreitender Wirkung in den Printmedien, im Radio und als Sponsoring von Veranstaltungen verbieten. Die Initiative will den Rauchern nicht das Recht auf eine Zigarette absprechen. Menschen, die Freude am Rauchen haben, sollen dieses Genussmittel weiterhin konsumieren können, und sie werden dies gewiss auch ohne Werbung tun.

Zusammenfassend beantragt Ihnen die Mehrheit der Kommission, der Initiative Folge zu geben und damit etwas für eine effiziente und kostengünstige Prävention zu tun.