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Schwaller Urs · Ständerat · 2004-03-02

Schwaller Urs · Ständerat · Freiburg · Christlichdemokratische Fraktion · 2004-03-02

Wortprotokoll

In den Jahren 1986 bis 1992 war ich in meiner Tätigkeit als freiburgischer Oberamtmann oder Regierungsstatthalter direkt mit zahlreichen Fällen von Drogentoten konfrontiert. Nebst den schweren Schicksalsschlägen für die betroffenen Familien hat mich jeweils die Tatsache betroffen gemacht, dass der Einstieg in die Szene zumeist über so genannt weiche Drogen erfolgte und die Eltern oder Nahestehenden nach der Einstiegsphase bzw. im letzten Lebensabschnitt den Suchtproblemen ihres Sohnes oder ihrer Tochter ganz offensichtlich hilflos ausgeliefert waren.

Ich war in drogenpolitischen Fragen von jeher gegen eine Laisser-faire- und Laisser-aller-Politik. Diese Überzeugung wuchs in den letzten Jahren, als wir im Kanton Freiburg die Auswirkungen von zum Teil fehlenden Interventionen gegen illegale Hanffelder und gegen die real existierenden fünf bis sechs Hanfläden in der Stadt Freiburg zu spüren bekamen, und zwar konkret mit Problemen und gehäuften Fällen bis in die obligatorischen 8. und 9. Schuljahre hinunter.

In der Zwischenzeit haben wir vonseiten des Staatsrates sowohl die Kontrollen in Sachen Anbau wie auch in den Schulen verstärkt und die Hanfläden geschlossen. Das heisst aber nicht, dass damit auch alle Probleme geregelt sind; Handlungsbedarf besteht weiterhin. Von meiner Lebenseinstellung her, wonach ich Strafe immer nur als letztes Mittel sehe, bin ich vom Opportunitätsprinzip in der Strafverfolgung kleiner Gesetzesübertretungen bzw. bei Eigenkonsum ohne weiteres zu überzeugen. Ich bin denn auch in die Sitzung der SGK gegangen mit der Absicht, für Eintreten zu stimmen, weil den jungen Cannabiskonsumenten nicht geholfen ist, wenn man sie bloss straft, irgendwo registriert und damit möglicherweise noch ihren späteren Berufsweg negativ beeinflusst. Als dann aber im Verlaufe der Sitzung die Rede davon war, die Straffreiheit von Cannabiskonsum weiterhin generell zu postulieren, den Anbau zuzulassen, jedoch Gewinne abzuschöpfen, Hanfläden zu tolerieren, in Form von Chips die Erlaubnis zum Kauf von 5 bis 10 Gramm pro Monat zu geben, ging mir dies zu weit. Ich habe deshalb schliesslich gegen Eintreten gestimmt, weil ich ansonsten ein völlig falsches Signal an meine Kinder, an unsere jungen Leute an den Schulen und in der Erstausbildung mit ausgesendet hätte.

Ich werde dies auch heute Morgen tun und lade Sie ein, ebenfalls für Nichteintreten zu stimmen.

Der Gesetzentwurf, so, wie er heute vorliegt, hat verschiedene gute, sehr gute Ansätze. Das bestreitet wohl niemand, und da gehe ich mit der Kommissionsmehrheit einig. Der Entwurf legt den Schwerpunkt aber auf die Liberalisierung. Das ist für mich die falsche Stossrichtung. Mit dem Nichteintretensentscheid wird der Weg frei für die notwendige Ausarbeitung eines neuen Entwurfes, welcher den Schwerpunkt auf den Jugendschutz, die Prävention, die Verfolgung von Anbau und Handel und die Ausformulierung des Opportunitätsprinzips für den "kleinen" Konsumenten legt. Es wird dies auch der Weg zu einer einheitlichen Praxis in allen Kantonen sein.

Tout en étant favorable à l'application du principe de l'opportunité de la poursuite des jeunes qui détiennent du cannabis pour leur consommation personnelle et qui n'ont pas invité des tiers à la consommation, je reste fermement opposé à tout projet de révision qui banalise la consommation de cannabis et qui fait de la Confédération - et pourquoi pas aussi des cantons! - des "Etats dealers", en introduisant des taxes pour la culture et la vente. Dans le même ordre d'idées, je suis donc opposé à l'idée d'ouvrir des magasins et de prévoir une sorte de carte à puce permettant d'acheter, par exemple, 10 grammes de cannabis par mois. L'Etat qui croit qu'il pourra maîtriser le marché et la consommation en prélevant des taxes, en contrôlant la comptabilité des producteurs, voire des commerçants, et en instaurant un système de carte à puce pour les consommateurs, se fait des illusions. D'ailleurs, les spécialistes en la matière disent clairement et ne cessent de répéter que la fiscalisation de la production, de la vente ainsi que de la consommation de cannabis provoquera un puissant marché noir, car il sera tentant, voire facile au consommateur d'acheter hors du circuit officiel un joint contenant beaucoup de THC et qui sera nettement moins cher que sur le marché étatique, contrôlé et taxé.

En autorisant - c'est un autre souci - la production, la vente et la consommation de cannabis, la Suisse risque de devenir ou deviendra une sorte de base d'approvisionnement pour les pays qui l'entourent, voire pour le reste de l'Europe. En effet, en libéralisant davantage la consommation de cannabis, nous allons aussi à contre-courant des pays qui étaient pionniers de la libéralisation et qui, aujourd'hui, commencent à faire marche arrière. Une prévention efficace auprès des jeunes ne pourra être concluante en allant dans la direction évoquée par la commission, qui conduit à une libéralisation presque totale du chanvre - qui néanmoins reste une drogue.

Je vous invite donc à soutenir la proposition de non-entrée en matière, ce qui permettra d'ouvrir la voie à l'élaboration d'une loi qui misera avant tout sur la prévention, et non sur la libéralisation.