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Waber Christian · Nationalrat · 2004-06-03

Waber Christian · Nationalrat · Bern · EVP/EDU Fraktion · 2004-06-03

Wortprotokoll

Ich möchte hier ein Wort für die Mehrheit und für die lebenslange Weiterbildung einlegen. Wissen ist ja immer mit Weiterbildung gekoppelt. Weiterbildung ist ein Anrecht, das wir alle haben müssen, damit wir in unserem Umfeld die Möglichkeit zur Weiterentwicklung haben. Deshalb ist es wichtig, dass der Staat selber die Grundlagen zur lebenslangen Weiterbildung erarbeitet. Hier unterstützen wir ganz klar den Antrag der Mehrheit.

Herr Schlüer hat auf eindrückliche Art und Weise gezeigt, wohin es führt, wenn wir die Vielfalt in der Bildung nur auf eine Prämisse ausrichten, nämlich auf das Wirtschaftswachstum. Es kann doch nicht sein, dass die Schwerpunktbildung durch den Staat getätigt und mit einem Wirtschaftswachstum gekoppelt wird. Dann würden wir nämlich schon in der Primarschule beginnen, Schwerpunkte zu setzen, indem z. B. die Erstklässler schon wissen müssten, was Wirtschaftswachstum ist. Es gibt eben noch andere Schwerpunkte in der Bildung, die für unsere Gesellschaft elementar wichtig sind. Es gibt auch eine Herzensbildung, eine Bildung hin zur Lehre des Zusammenlebens. Die Koppelung mit einem Wirtschaftswachstum lehnen wir hier ganz klar ab.

Zu Buchstabe abis betreffend eine gesamtschweizerische Bildungsreform: Hier möchte ich Sie ebenfalls bitten, den Streichungsantrag zu unterstützen, weil die Bildungsreform gesamtschweizerisch eingeleitet ist. Der ganz grosse Nachteil, den wir haben, besteht darin, dass das System alle paar Jahre wieder ändert. Lassen Sie doch einmal diese Reformen greifen, lassen Sie die Beauftragten arbeiten! Ich glaube, dass die Bildungsreform auf dem richtigen Weg ist.

Zu Buchstabe ater betreffend die Förderung des Wissenstransfers zwischen Forschungsinstitutionen und Wirtschaft: Das kann doch keine Staatsaufgabe sein! Das kann doch nicht vom Staat dekretiert werden, wer in der Wirtschaft mit wem zusammenarbeitet, sondern es ist der Markt, der das regulieren muss. Die Guten haben immer eine gute Chance, dass der Wissenstransfer stattfindet. Hier unterstützen wir ebenfalls den Streichungsantrag.

Zur Minderheit V, welche die Förderung der Chancengleichheit zum Ziel hat: Nach unserer Meinung ist die Chancengleichheit ein Tummelfeld, in welchem die anthropologische Ungleichheit von Mann und Frau immer wieder aufgegriffen wird, was einen Reformstau bewirkt, indem etwas heraufbeschworen wird, das überhaupt nicht stattfindet. Mann und Frau sind genügend erwachsen, dass sie selber entscheiden können, wie sie ihre Chancen wahrnehmen wollen.

Die Minderheit VII mit der Idee einer Lehrstellenoffensive lehnen wir ebenfalls ab. Das Volk hat sich diesbezüglich klar entschieden und die Lehrstellen-Initiative abgelehnt. Es ist auch nicht so, wie immer wieder behauptet wird, das Lehrstellenmanko sei seit Jahren sehr hoch. Es gibt immer wieder Verschiebungen, aber auch hier muss der Markt das Problem lösen. Auch die Jugendlichen sollen mit ihrer Bereitschaft zur Flexibilität und zum Erbringen von Leistungen dazu beitragen.