Aeschbacher Ruedi · Nationalrat · 2004-06-10
Aeschbacher Ruedi · Nationalrat · Zürich · EVP/EDU Fraktion · 2004-06-10
Wortprotokoll
Die Mehrheit unserer Fraktion lehnt alle Anträge ab, die den Bau der Neat behindern, verzögern oder gar gefährden würden. Wir legen aber besonderen Wert auf folgende Punkte:
1. Wir möchten, dass gewährleistet wird, dass die Neat dereinst, wenn sie in Betrieb kommt, ihre Funktion voll erfüllen kann. Das heisst ganz klar: Der Gotthard muss eine Flachbahn sein, von Nord nach Süd und umgekehrt, durch die Alpen und durch den Ceneri. Alle Anträge beziehungsweise alle Bemühungen, die darauf abgezielt haben, den Ceneri zurückzustufen oder eben im Ceneri die Sicherheit nicht genügend zu gewährleisten, lehnen wir ganz klar ab.
2. Die Sicherheit ist für uns ein wichtiger Punkt. Wir anerkennen deshalb die Tatsache als richtig, dass man den neueren Erkenntnissen beim Tunnelbau und vor allem beim Betrieb von solchen Bahntunnels Rechnung trägt und deshalb zwei getrennte Röhren am Ceneri bauen wird, auch wenn das Mehrkosten beinhaltet, die jetzt mit dem entsprechenden Antrag verlangt werden. Wir werden uns also gegen den entsprechenden Antrag um Reduktion von 900 auf 600 Millionen Franken zur Wehr setzen.
3. Für uns ist es eine Selbstverständlichkeit, aber auch ein wichtiger Punkt, den wir immer wieder hervorheben möchten: dort, wo es möglich ist, soll gespart werden. Aber das Sparen darf nicht auf Kosten der Sicherheit gehen, das Sparen darf nicht auf Kosten der Tauglichkeit dieses Systems gehen, auch nicht auf Kosten der Zukunftsfähigkeit. Aber sparen ist bei einem solchen lange Zeit dauernden Bauwerk ein Dauerauftrag. Aus verschiedenen Besichtigungen der Baustellen und Gesprächen mit den Verantwortlichen der Ausführung habe ich persönlich einen sehr guten Eindruck, dass immer wieder versucht wird, zu optimieren und Verfahren und Möglichkeiten zu suchen, die irgendwo zu Kosteneinsparungen führen. Ich habe deshalb - das möchte ich hier ausdrücklich erwähnen - Vertrauen zur Mannschaft, die an diesen beiden Tunnels an der Arbeit ist.
4. Für uns ist wichtig, dass die Vorinvestitionen für "Uri lang" getätigt werden. "Uri lang" ist eine Option, die, wenn wir sie jetzt nicht sicherstellen, verloren geht oder nur unter ganz grossen Schwierigkeiten doch noch erfüllt werden könnte. Aber ich bin davon überzeugt: Mit zunehmender Verdichtung in unserem Land, mit zunehmenden Ansprüchen an die Umwelt würde es in zwanzig oder dreissig Jahren überhaupt nicht mehr verstanden, wenn man in diesem engen Raum diese Bahn nicht in den Berg hineinbringen würde; hier in diesem engen Tal, wo Stromleitungen, wo Nationalstrassen, wo Kantonsstrassen und Eisenbahnlinien den Raum ausfüllen. Deshalb ist auch dieser Punkt für uns sehr wichtig.
Der Antrag Walker Felix gehört eigentlich nicht hierher. Wir möchten keine Konkurrenz zur Neat mit diesem Antrag Walker. Wir unterstützen andererseits aber alle Anstrengungen für eine gute Anbindung der Ostschweiz; die ist nötig.
Zum Schluss noch vielleicht ein Wort zum Antrag Wehrli: Dieser Antrag ist eigentlich ungefährlich. Ich persönlich werde ihn unterstützen. Denn er bringt keine Verhinderung, keine Verzögerung und zeigt eigentlich nur, dass man bei den Zufahrtsachsen immer noch nachdenken kann. Solange etwas nicht in Eisen und Beton erstarrt ist, sollte man eigentlich immer wieder darüber nachdenken und vielleicht noch Verbesserungen anbringen können.
In diesem Sinne beantrage ich Ihnen, mit der Mehrheit der Kommission zu stimmen.
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