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Leuenberger Moritz · Bundesrat · 2004-06-14

Leuenberger Moritz · Bundesrat · Zürich · 2004-06-14

Wortprotokoll

Herr Hochreutener, ich verstehe Ihren Ärger und auch denjenigen Ihrer Wähler und Wählerinnen - ich hoffe allerdings, diese seien nicht nur deswegen Ihre Wählerinnen und Wähler, weil Sie diesen Ärger gemeinsam haben.

In der Tat erscheint es merkwürdig, wenn Baustellen über längere Strecken und über längere Zeit aufrechterhalten werden und man niemanden sieht, der dort arbeitet. Sie müssen Folgendes sehen: Das Aufstellen einer Baustelle, das Abbauen einer Baustelle und der jeweiligen Abschrankungen ist in sich eine sehr gefährliche und unfallträchtige Sache. Deshalb wird im Zweifelsfall eine Baustelle sehr lange aufrechterhalten, auch wenn während einiger Tage - vielleicht sogar auch mal während einer Woche - gar nicht daran gearbeitet wird. Das Aufbauen, das Abbauen und das Verlegen sind nämlich in sich viel gefährlicher, als wenn die Baustelle, auch wenn dort nicht gearbeitet wird, aufrechterhalten wird. Kommt dazu, dass die angeordnete Geschwindigkeitsreduktion, z. B. auf 80 Stundenkilometer, in Tat und Wahrheit und statistisch dazu führt, dass es dort viel weniger Unfälle gibt, als wenn voll gefahren werden könnte. Darum wird im Zweifelsfall - auf den ersten Blick unverständlicherweise - unter der Maxime der Sicherheit eine Baustelle recht lange aufrechterhalten.

Wie Sie das nun Ihren Wählerinnen und Wählern sagen sollen, muss ich wieder Ihnen überlassen; vielleicht brauchen Sie meine Worte. Aber das alles bei einer Baustelle auch noch hinzuschreiben wäre dann wieder sicherheitsgefährdend; deswegen können wir das nicht tun.