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Heberlein Trix · Ständerat · 2004-06-02

Heberlein Trix · Ständerat · Zürich · Freisinnig-demokratische Fraktion · 2004-06-02

Wortprotokoll

Ich möchte an das Votum von Frau Fetz anknüpfen. Sicher gibt es unterschiedliche Auffassungen in Bezug auf die Organspende, Frau Sommaruga. Gerade darum hat man ja davon abgesehen, die Widerspruchslösung im Gesetz zu verankern, die heute in Österreich, in Spanien, aber auch noch in sehr vielen Kantonen besteht, ohne dass die Bevölkerung das eigentlich weiss. Wir sind uns bewusst, dass das nicht die aufgeklärte Lösung im heutigen Zeitpunkt sein kann.

Wenn wir aber die Zustimmungslösung haben - auch die erweiterte -, dann braucht es eine breite Information. Bereits die nationalrätliche Kommission hat Artikel 1 verbessert, der in der bundesrätlichen Fassung einzig dazu dienen sollte, Missbräuche zu verhindern. Das wollte man nicht. Die Information war damals lediglich in Artikel 59 eingebaut, dies im Gegensatz zum ersten Vernehmlassungsentwurf, in dem bereits in Artikel 1 eine derartige Formulierung enthalten war. Weshalb sie dann nach der Vernehmlassung herausgestrichen wurde, ist mir schleierhaft; sicher nicht aufgrund der Reaktionen in der Vernehmlassung, denn diese waren eigentlich nirgends negativ.

Ja, ich denke, dass mehr Spender zur Verfügung stehen sollten, denn sonst werden die Schicksale von betroffenen Müttern, Kindern usw., von denen Sie einmal hören müssten, Frau Sommaruga, noch schwieriger. Die Informationskampagne wird heute leider mit sehr wenigen Mitteln geführt, mit Mitteln, die wir bei Swisstransplant aufgrund von Spendeaufrufen und Beiträgen von Stiftungen usw. erhalten. Finanziert wird die Tätigkeit von Swisstransplant für die Vermittlung von Organen durch die Universitätsspitäler; auch dies soll sich mit der Gesetzgebung ändern. Niemand weiss eigentlich, dass der jüngste Organspender letztes Jahr 12 Jahre alt war, dass Sie aber Ihre Organe mindestens bis zum 75. Altersjahr spenden können, wenn Sie noch gesund sind. Es hängt also vom biologischen Alter der Organe ab.

All diese Informationen, vor allem auch die Vorbereitung, müssen irgendwo erarbeitet werden. Das Bundesamt für Gesundheit hat bereits die Vorbereitungen für eine Homepage getroffen, welche einmal die neutralen Informationen enthält. Dann denke ich aber auch, dass die Totenspende dazu führt, dass der Druck auf die Lebendspender abnimmt. Im letzten Jahr hatten wir bereits mehr Lebendspenden als Totenspenden, und ich denke, die Problematik der Lebendspenden wurde bisher noch nicht mit all ihren Konsequenzen vollumfänglich ausdiskutiert. Meiner persönlichen Meinung nach müssen wir alles daransetzen, dass der Druck auf Bekannte und Verwandte für eine Lebendspende durch mehr Totenspenden abgebaut werden kann. Auch dazu brauchen wir im Zweckartikel bereits eine entsprechende Aufforderung.