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Galladé Chantal · Nationalrat · 2004-09-28

Galladé Chantal · Nationalrat · Zürich · Sozialdemokratische Fraktion · 2004-09-28

Wortprotokoll

Die SP-Fraktion wird auf die Teilrevision des Fachhochschulgesetzes eintreten. Wir unterstützen grossmehrheitlich alle Anträge der Mehrheit der Kommission. Wir legen grossen Wert darauf, dass die Fachhochschulen in der Hochschullandschaft den ihnen zustehenden Stellenwert weiter behalten und noch ausbauen können.

Gleichwertig, aber andersartig: Unter diesen Voraussetzungen wurden die Fachhochschulen als Hochschulen der Berufsbildung aufgebaut. Der Berufsbildungsweg muss erhalten bleiben, und die Berufslehre mit BMS soll weiterhin der Königsweg zu den Fachhochschulen bleiben. Wir legen Wert darauf, dass der Praxisbezug das wichtige Element ist und bleibt - das Element, welches die Fachhochschulen ausmacht, das Element, welches die Fachhochschulen auszeichnet. Die Praxis ist die Spezialität der Fachhochschulen, und darauf werde ich später, bei den Zugangsbestimmungen, nochmals zurückkommen.

Gleichwertig, aber andersartig: Diesen Aspekt gilt es bei den drei zentralen Punkten dieser Revision im Auge zu behalten. Ich denke, wenn die Mehrheitsanträge überall durchkommen, dann ist es uns gelungen, diesen Aspekt zu berücksichtigen.

1. Die Erweiterung um die GSK-Bereiche - Gesundheit, Soziales, Kunst - einschliesslich der Zulassungsbestimmungen: Hier ist der Kommission eine angepasste Lösung gelungen. Die SP-Fraktion wird diese unterstützen - also fast alle -, da sie den Berufsbildungsweg und den Praxisbezug einschliesst und trotzdem die individuellen Eigenheiten dieser neuen Bereiche berücksichtigt; diese kommen nicht unter die Räder. Das war uns wichtig.

2. Bei der Schaffung der zweistufigen Studiengänge - Bachelor und Master - muss die Qualität im Vordergrund stehen. Wir wollen hier lieber mehr Qualität als Quantität, d. h., nicht jeder Studiengang soll mit einem Master enden.

3. Zur Grundlage für die Akkreditierung und die Qualitätssicherung in diesem Gesetz: Uns ist es besonders wichtig, dass die Andersartigkeit der Fachhochschulen auch hier nicht unter die Räder kommt. Wir haben in der Kommission deshalb einen Kompromiss ausgearbeitet, hinter dem die SP-Fraktion steht. In Bezug auf die Akkreditierung wollten wir die Nähe zur Universität bewusst vermeiden. Wir halten den ausgearbeiteten Kompromiss - mit der Vergabe über das Departement an Dritte, wenn diese zugelassen sind - für eine gute Lösung, die die notwendige Flexibilität und Internationalität zulässt. Wir halten diesen Kompromiss für eine gute Lösung, hinter der wir stehen können.

Schliesslich kritisieren wir von der SP-Fraktion, dass die GSK-Bereiche auch nach der Überführung in die Regelungskompetenz des Bundes subventionsrechtlich den anderen Bereichen bis 2007 nicht gleichgestellt werden. Wir halten das für eine schäbige Art des Sparens.

Wir wollen eine Stärkung der Fachhochschulen, wir wollen Investitionen im Berufsbildungsbereich. Das duale System der Schweiz, das so gut funktioniert, das uns einmalig macht, das auch das Schweizer Bildungssystem, die Schweizer Bildungslandschaft, einmalig macht, soll erhalten [PAGE 1429] bleiben. Wir stehen dahinter. Aber denken Sie bitte daran: Gute Bildung gibt es nicht gratis. Wer heute Ja sagt zu den Fachhochschulen und zu zeitgemässen Strukturen, der muss auch Ja sagen zu den Ausgaben, die das mit sich bringt - Ausgaben, die übrigens Investitionen sind.