Sommaruga Simonetta · Nationalrat · 2000-06-15
Sommaruga Simonetta · Nationalrat · Bern · Sozialdemokratische Fraktion · 2000-06-15
Wortprotokoll
Bei dieser Holzdeklaration geht es, Herr Bortoluzzi, um ein grundliberales Anliegen. Was kann liberaler sein, als den Konsumentinnen und Konsumenten Wahlfreiheit zu ermöglichen? Das können Sie natürlich nur mit Transparenz erreichen. Nur wenn die Konsumentinnen und Konsumenten wissen, was sie einkaufen, worum es sich handelt und woher die Produkte kommen, können sie sich liberal verhalten. Nur dann können sie selber sagen, wie sie den Markt beeinflussen wollen. Die Deklarationspflicht für Holz ist eines der guten und eindrücklichen Beispiele, dass Produzenten und Konsumenten am gleichen Strick ziehen.
Bitte vergessen Sie nicht, dass auch die Holzwirtschaft hinter diesem Anliegen steht. Auch die Schweizer Holzwirtschaft hat ein grosses Interesse daran, dass ihr Holz deklariert wird. Denken Sie gerade an die jetzige Situation im Zusammenhang mit dem Orkan Lothar, da kommt sehr viel Schweizer Holz auf den Markt. Da muss doch das Holz angeschrieben sein, Herr Bortoluzzi.
Sie als Schreinermeister befürchten den bürokratischen Aufwand. Dieses Argument wird immer, bei jeder Diskussion über die Deklarationspflicht, angebracht. Schon vor dreissig Jahren hat man im Zusammenhang mit den Lebensmitteldeklarationen zuerst vom bürokratischen Aufwand gesprochen. Heute sind alle überzeugt, dass dies das beste Mittel ist, den Wettbewerb anzustreben oder zu erhalten und eben auch die Wahlfreiheit zu garantieren.
Sie haben übersehen, Herr Bortoluzzi, dass eben auch die Schweizer Waldwirtschaft ein Interesse daran hat, dass diese Produkte angeschrieben sind. Herr Eymann hat es erwähnt: Die freiwillige Deklaration spielt nicht, man hat das jetzt jahrelang versucht. Wo die freiwillige Deklaration spielt, ist sie zum Teil unlauter, indem jeder versucht, auch aus einem importierten Holzprodukt ein Schweizer Produkt zu machen. Wir kennen x Beispiele, bei denen irgendein Produkt aus importiertem Holz als Schweizer Produkt angeschrieben worden ist. Die Einzigen, die irgendetwas gegen dieses Anliegen haben können, sind die Holzimporteure, die daran interessiert sind, möglichst viel billiges Holz zu importieren und wenn möglich als Schweizer Produkt zu verkaufen. Das kann aber niemals in unserem Interesse sein.
Ich bitte Sie deshalb, auch im Namen der SP-Fraktion, dieses wichtige Anliegen zu unterstützen und die Motion Eymann zu überweisen.