Jenny This · Ständerat · 2004-12-09
Jenny This · Ständerat · Glarus · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2004-12-09
Wortprotokoll
Ich bin dem Bundesrat dafür dankbar, dass er bereit ist, mein Postulat im Rahmen des Sachplans Verkehr zu prüfen. Dabei halten sich meine Illusionen in Grenzen, denn ich kenne ja sowohl die Vielzahl der diesbezüglichen Gesuche wie auch die finanzielle Situation unseres Staates.
Ich ersuche schlicht um möglichst gleich lange Spiesse für den Kanton Glarus. Das heisst ganz einfach, dass der Zubringer zum Hauptort ins Nationalstrassennetz aufgenommen wird. Die Verbindung zum Grossraum Zürich ist für den Kanton Glarus - das wissen Sie alle - wie auch für den Hauptort von allergrösster Bedeutung. Das ist geradezu eine Voraussetzung für unseren wirtschaftlichen Standort. Aber auch der drohenden Entvölkerung unserer Bergregionen kann nur mit einer guten und zeitgerechten Verkehrserschliessung Einhalt geboten werden. Den Einwohnern des Kantons Glarus sind deshalb dringend die gleichen Chancen zu bieten wie den Bewohnern der anderen Kantone.
Das heute auf dem Gebiet des Kantons Glarus gelegene Nationalstrassenstück der A3 - "Oh Walensee, du Qualensee"; das kennen Sie alle - führt entlang der Kantonsgrenze. Der Kanton Glarus hat sich aber an den enormen Kosten finanziell entsprechend zu beteiligen. Hingegen ist der Nutzen relativ klein - mit Betonung auf "relativ" -; natürlich werden wir peripher mit der Nationalstrasse erschlossen, und das ist nicht ganz ohne Bedeutung.
Dass die Frage der Erreichbarkeit für die Zukunft einer Region entscheidend ist, hat dieser Rat bei anderer Gelegenheit bereits mehrfach bestätigt. Wir dürfen gegenüber anderen Kantonen, die auf ihren Strassen teilweise wesentlich tiefere Frequenzen haben, nicht diskriminiert werden. Die steigende Last des Verkehrs, der sich Tag für Tag durch die engen Dörfer zwängt, ist für unseren Kanton existenzbedrohend. Gebirgskantone haben so oder so mit Standortnachteilen zu kämpfen. Diese sind nicht noch zusätzlich durch eine schlechte Erschliessung zu verschärfen. Die Debatte zur Interpellation Brändli bezüglich LSVA hat dies heute Morgen deutlich aufgezeigt.
Wir haben heute Schwierigkeiten und werden in Zukunft Schwierigkeiten haben. Damit wir aber nicht auf Almosen und Entwicklungshilfebeiträge angewiesen sind, müssen wir bezüglich Erschliessung unterstützt werden. Ich danke Ihnen, wenn Sie diesen Aspekten im Sachplan Verkehr entsprechend Rechnung tragen.