Schmid Carlo · Ständerat · 2003-06-02
Schmid Carlo · Ständerat · Appenzell I.-Rh. · Christlichdemokratische Fraktion · 2003-06-02
Wortprotokoll
Ich höre diese Lamenti natürlich mit einer besonderen Freude, vor allem weil jene, die jetzt sagen, wie schrecklich diese Zunahme des Alkoholkonsums sei, schon dabei waren, als wir den Grund für diese Entwicklung gesetzt haben. Wir haben den Zoll auf gebrannten Wassern massiv gesenkt, selbstverständlich im Rahmen einer globalisierenden Veranstaltung - ich glaube, es war im Zusammenhang mit Gatt/WTO, nicht wahr. Dann muss man das tun, und dann, Herr Kommissionspräsident Briner, sagen Sie, man stelle der schweizerischen Alkoholpräventionspolitik ein ausgezeichnetes Zeugnis aus! Ich wäre [PAGE 379] dankbar, wenn man einfach anerkennen würde, dass der Grund für diese Katastrophe nicht in der Werbung und nicht in irgendeinem anderen Punkt liegt, sondern in einer ganz massiven Verbilligung des eingeführten "Sprits".
Wenn die Leute auf die Idee kommen, was man alles machen kann, dann sieht man das - schauen Sie mal auf Seite 12 nach - bei den Alcopops. Da haben Sie eine Steigerung von 756 Hektolitern hundertprozentigen "Sprits" im vorletzten Jahr auf 6363 Hektoliter im letzten Jahr! Wenn Sie solche Zahlen sehen, müssen Sie sich fragen, was Sie damals getan haben, als Sie diese Zollsätze derart heruntergesetzt haben. Das war der Grund! Vergiessen wir keine Krokodilstränen; das wäre etwas vom Inkonsequentesten, was wir im Moment machen könnten. Ich bitte Sie, wenn es in Zukunft um Werbung und solche Dinge geht, mit dem Heben des Warnfingers etwas vorsichtiger zu sein. Bei den Finanzen müssen Sie schauen; dort fängt die Prävention an und nicht an einem anderen Ort.