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Leuenberger Moritz · Bundesrat · 2004-06-15

Leuenberger Moritz · Bundesrat · Zürich · 2004-06-15

Wortprotokoll

Auch hier, am Anfang dieser ganzen Übung, steht das Entlastungsprogramm 2003. Im Jahre 2006 stehen für den Wald 130 Millionen Franken zur Verfügung. Das entspricht gegenüber den ursprünglich eingestellten Mitteln einer Reduktion um 42 Millionen Franken, und das ist wirklich ein ganz happiger Betrag. Die Kürzungen erfolgen hauptsächlich beim Nutzwald; der Schutzwald ist auf jeden Fall bevorzugt behandelt worden.

Aber wir können nicht nur beim Nutzwald kürzen. Das wäre in unseren Augen erstens verfassungswidrig, zudem gibt es dort auch Verträge, die noch einzuhalten sind. Deswegen musste vorübergehend auch beim Schutzwald gespart werden. Herr Inderkum hat vorhin "Wilhelm Tell" zitiert; wir sind uns des göttlichen Auftrages, den Schutzwald zu schützen, durchaus bewusst. Ich kann Ihnen auch im Detail zitieren, wie die Stelle heisst, die Sie angetönt haben. Tell fragt nämlich seinen Sohn: "Wer sagt das, Knabe?", und Walter antwortet:

"Der Meister Hirt erzählt's - Die Bäume seien

Gebannt, sagt er, und wer sie schädige,

Dem wachse seine Hand heraus zum Grabe."

Diese Stelle hat der Bundesrat ständig vor Augen, (Heiterkeit) und um die göttliche Rache zu vermeiden, erfolgen die finanziellen Eingriffe beim Schutzwald nur vorübergehend. Die Mittel für die Schutzwaldpflege steigen nämlich ab 2006 wieder an und erreichen schliesslich wieder 38 Millionen Franken, damit wir mit gutem Gewissen und ruhig beerdigt werden können.