preparatory:AB 51701
Aeschbacher Ruedi · Nationalrat · Zürich · EVP/EDU Fraktion · 2005-03-02
Wortprotokoll
Die Frage ist bei dieser Differenz aus meiner Sicht ganz einfach. Sie lautet wie folgt: [PAGE 99] Wollen wir Impulse dafür geben, dass wir mit einem sehr tiefen Stammkapital viel mehr GmbH bekommen, dafür aber wirtschaftlich wacklige Firmen, bei denen die Gefahr von Verlusten für Gläubiger und Arbeitnehmer, aber auch für die Gesellschaft insgesamt viel grösser ist? Oder wollen wir ein etwas höheres Stammkapital verlangen und dafür etwas weniger Zuwachs bei den GmbH haben, dafür aber solidere und dauerhaftere, nachhaltigere Unternehmen bekommen? Das ist aus meiner Sicht die Frage, über die wir hier zu entscheiden haben. Ich entscheide mich ganz klar für einen etwas weniger rasanten Anstieg der Zahl der GmbH und dafür für eine nachhaltigere, sicherere Unternehmenskultur.
Wir würden mit einem solchen Entscheid nicht die Gründung von jungen Startunternehmen verhindern, denn jeder Junge, der irgendwo starten will, kann das auch mit einer anderen Gesellschaftsform machen, zum Beispiel mit einer einfachen Gesellschaft. Er braucht, wenn er das Stammkapital nicht aufbringen kann, nicht unbedingt die GmbH.
Was die Obergrenze anbetrifft - bis jetzt habe ich von der Untergrenze gesprochen -, ist bereits darauf hingewiesen worden, dass mit der Fusion, die sehr viel einfacher geworden ist, die Möglichkeit besteht, dass man im Falle, dass man mit einer Gesellschaft ansteht, diese allenfalls durch eine Fusion in eine Gesellschaft verwandelt, bei welcher diese Grenze keine Rolle spielt.
In diesem Sinne meine ich, dass die Antwort auf die Grundfrage, ob wir mehr, aber wacklige GmbH mit weniger Sicherheit oder sicherere, nachhaltigere Unternehmen in der Form der GmbH wollen, eigentlich schon klar sein müsste. Denn nachhaltigeres und langsameres, aber sicheres Wachstum ist im Interesse der ganzen Gesellschaft und kostet am Ende wesentlich weniger.