Leuthard Doris · Nationalrat · 2005-03-14
Leuthard Doris · Nationalrat · Aargau · Christlichdemokratische Fraktion · 2005-03-14
Wortprotokoll
Die Zusammensetzung eines jeden Verwaltungsrates ist heute sehr wichtig. Es geht um die strategische Ausrichtung eines Unternehmens. Diese bestimmt der Verwaltungsrat. Es hat sich in den vergangenen Jahren gezeigt, dass eine Politisierung dieser Ämter falsch ist. Für die Serv sind das Finanzwissen, Versicherungskenntnisse und Kenntnisse des Exportgeschäftes von zentraler Bedeutung. Gerade bei der inskünftigen Ausrichtung, indem neu auch das private Käuferrisiko abgedeckt wird, sind diese Kenntnisse noch entscheidender als bis anhin. Die CVP-Fraktion begrüsst daher den Entscheid des Bundesrates, sich auf Gesetzesebene nicht einzuengen und das Fachwissen als Anforderungsprofil für den Verwaltungsrat in den Vordergrund zu stellen.
Allerdings lässt es sich nicht wegdiskutieren, dass bei zahlreichen Projekten auch aussenpolitische und entwicklungspolitische Aspekte wichtig sind. Für die Schweiz bzw. ein Schweizer Unternehmen sind fragwürdige Projekte imageschädigend, es braucht daher auch Kenntnisse in diesem Bereich. Diese Fachexperten brauchen aber nicht direkt im Verwaltungsrat vertreten zu sein. Für die operativen Entscheide ist die Geschäftsleitung zuständig, vor allem hier müssen diese Kenntnisse einfliessen. Wir gehen davon aus, dass - wie bis anhin - sowohl die Deza wie auch NGO der Geschäftsleitung wie auch dem Verwaltungsrat beratend zur Seite stehen, jedoch nicht mit einer gesetzlichen Verpflichtung, sondern weil diese beiden Räte diese Fachexperten eben spezifisch für einzelne Fragen beiziehen können. Selbstverständlich ist es auch möglich, bei der Zusammensetzung des Verwaltungsrates NGO-Mitglieder zu berücksichtigen, sofern sie das Fachwissen in anderen Fachbereichen mitbringen.
Die CVP-Fraktion folgt daher der Linie von Bundesrat und Mehrheit.