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Frick Bruno · Ständerat · 2005-02-28

Frick Bruno · Ständerat · Schwyz · Christlichdemokratische Fraktion · 2005-02-28

Wortprotokoll

Ich eröffne die Frühjahrssession und heisse Sie im hochwinterlichen Bern herzlich willkommen. Es ist eine meteorologische Kuriosität, dass die Eröffnung unserer Frühjahrssitzungen just auf die kältesten Tage des Winters fällt. Doch nehmen wir dies als Symbol dafür, dass wir mit unseren Beschlüssen den Frühling und die Prosperität der Schweiz herbeizuzwingen und nicht bloss herbeizureden vermögen.

Der Nationalrat hat heute Nachmittag die Session mit einem bewegenden Akt begonnen: Herr Nationalratspräsident Jean-Philippe Maitre hat sie eröffnet und gleichzeitig seinen Rücktritt vom Präsidium und aus dem Rat erklärt. Sie kennen seine Gründe: Ein Hirntumor zwingt ihn zu einer langwierigen und intensiven medizinischen Behandlung. Diese erlaubt ihm nicht, seine Aufgaben als Präsident und Ratsmitglied vollständig wahrzunehmen. Eine Aufgabe nicht vollständig wahrnehmen zu können, das heisst im Verständnis von Herrn Maitre, sie nicht genügend wahrzunehmen, und dies verlangt von ihm die Konsequenz, sein Amt zurückzugeben.

Leider war es ihm wegen einer auf heute Abend angesetzten Behandlung nicht möglich, unsere Einladung anzunehmen und sich auch in unserem Rat persönlich zu verabschieden. So wollen wir dies mit einigen Worten an ihn tun. Wir nehmen seinen Entschluss mit grösster Hochachtung zur Kenntnis. Er zeugt von grösstem Respekt gegenüber seinem Amt und der Institution des Nationalrates. Er hat seinen Rat nach einhelligem Urteil in der vergangenen Session brillant geleitet, und mit ihm verlässt eines der eloquentesten und sachlich kompetentesten Ratsmitglieder unser Haus. Dass ihn gleichsam auf dem Zenit seiner Laufbahn als Nationalrat die Gesundheit zum Rücktritt zwingt, führt uns vor Augen, wie nahe das Leben Höhepunkte und Schicksalsschläge nebeneinander rücken kann. Das macht uns hoffentlich bescheiden.

Darüber hinaus war Herr Maitre auch ein gewichtiger Vertreter des Kantons Genf im Bundeshaus. Er hat nicht nur während mehreren Legislaturen als Regierungsrat den Kanton Genf mitgelenkt, sondern er war auch hier in Bern ein höchst geachteter Repräsentant der Offenheit und des internationalen Geistes von Genf.

Wir wünschen Herrn Jean-Philippe Maitre von Herzen eine erfolgreiche medizinische Behandlung und rasche Genesung. Ihm und seiner Familie wünschen wir Kraft, Zuversicht und Gottvertrauen. Wir danken ihm für alles, was er der Schweiz als Mitglied verschiedener Behörden und uns durch seine menschlichen Qualitäten während Jahren geschenkt hat. (Beifall)