Stump Doris · Nationalrat · 2005-06-08
Stump Doris · Nationalrat · Aargau · Sozialdemokratische Fraktion · 2005-06-08
Wortprotokoll
Die SP-Fraktion unterstützt den Antrag der Minderheit I. Falls er abgelehnt wird, unterstützt die SP-Fraktion den Antrag der Minderheit II, welche die Formulierung des Bundesrates aufnehmen will. Es ist also nichts gewaltig Neues, was mit dem Antrag der Minderheit II vorgeschlagen wird.
"Tiere sind keine Sache." Mit diesem Slogan wurde vor einigen Jahren die Anerkennung der Würde des Tieres als Lebewesen erkämpft. Wir haben hier in diesem Saal diese Haltung auch in mehreren Gesetzen verankert; das Zivilgesetzbuch und das Obligationenrecht gehen jetzt von dieser Haltung aus und behandeln Tiere nicht wie einen Schrank oder eine Türe. Das heisst: Tiere sind Lebewesen, sie sind Mitgeschöpfe, und Lebewesen sind empfindungsfähig.
Diese positive Beschreibung des Tieres gehört meines Erachtens sehr wohl in Artikel 1 dieses Gesetzes und begründet eigentlich auch erst das, was wir da festhalten: dass das Tier, dass seine Würde und sein Wohlergehen geschützt werden sollen. Das wird ja unter anderem von allen Parteien anerkannt. Diese Haltung ist nicht bestritten. Die beiden Begriffspaare - Würde und Wohlergehen, Mitgeschöpf und Lebewesen - gehören deshalb eigentlich zusammen und sollten in Artikel 1 verankert werden. Wir führen nichts Neues ein, wir beschreiben einfach etwas genauer, worum es in diesem Gesetz eigentlich geht - und das lohnt sich.