Lexipedia

AB 58365

Pfister Theophil · Nationalrat · St. Gallen · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2005-10-05

Wortprotokoll

Ich spreche zum Einzelantrag Triponez, der in der SVP-Fraktionssitzung noch nicht vorlag.

Kollege Triponez will Artikel 61a durch einen Zusatz ergänzen, der die Gleichwertigkeit von schulischer und beruflicher Bildung in einem Satz in der Verfassung festlegt. Es wird wohl kaum jemand in diesem Saal dagegen sein, dass diese Gleichwertigkeit gegeben sein soll. Wir haben mit unserem dualen Ausbildungssystem für Berufe einen Wert, der in seiner Auswirkung auch heute noch oftmals unterschätzt wird. Andere Länder forcieren viel stärker als wir die schulische und die akademische Bildung, oftmals sogar zulasten der Qualität. Unserem Land gelingt es, gute junge Leute nach Schulabschluss sofort an die Arbeitsfront zu bringen und ihnen damit einen optimalen Einstieg in die Berufswelt mit der nötigen Belastbarkeit zu ermöglichen. Dies ist eine der Stärken unseres Landes, und dies sollten wir auch in Zukunft pflegen.

Ich denke, dieser grundlegende Erfolg unseres Bildungssystems, der heute von keiner Seite angezweifelt wird, rechtfertigt das Erwähnen der Gleichwertigkeit in der Verfassung. Das bedeutet auch, dass für die Anerkennung und Stützung möglichst gleichwertige Instrumente gesucht werden. Es steht unserem Land gut an, die weltweit absolut führende Stellung im Bereich des dualen Berufsbildungssystems weiterhin zu pflegen; so gesehen ist der Antrag Triponez kein Fremdkörper in der Bildungsverfassung. Er hat nach meiner Einschätzung auch keine unmittelbaren Auswirkungen.

Ich komme zum Schluss, dass wir diesen Zusatz trotz der kurzen zur Verfügung stehenden Bedenkzeit mit Vorbehalt aufnehmen können. Es wird Sache der zweiten Kammer sein, die Einordnung dieses Textes in die Verfassung zu analysieren und in aller Ruhe nochmals darüber zu entscheiden.

In diesem Sinne empfehle ich Annahme des Antrages Triponez.