Aeschbacher Ruedi · Nationalrat · 2005-12-14
Aeschbacher Ruedi · Nationalrat · Zürich · EVP/EDU Fraktion · 2005-12-14
Wortprotokoll
Herr Hegetschweiler hat jetzt sehr zutreffend davon gesprochen, dass es um das Gleichgewicht geht, um das Gleichgewicht zwischen Schutz und Nutzen. Dieses Gleichgewicht wird auch im Artikel, den wir jetzt behandeln, ganz genauso präsentiert. Es gibt nicht nur Litera a, die besagt, dass die Qualität von Natur und Landschaft erhalten und aufgewertet werden soll, Herr Hegetschweiler. Die Balance besteht darin, dass eben auch die Wirtschaft gestärkt und die Vermarktung ihrer Waren und Dienstleistungen gefördert werden soll. Es ist also nicht eine Einseitigkeit, sondern dieser Artikel, wie er vom Bundesrat vorgeschlagen wird, wie er vom Ständerat bestätigt worden ist, ist sehr wohl austariert. Einerseits werden die Naturwerte, die Werte, die auch für die Vermarktung die entscheidenden Punkte sind - Landschaft, Natur, wir sind ja in einem Park, wir sind nicht in einer Stadt -, gefördert und aufgewertet, und andererseits wird auch die Wirtschaft gestärkt; man will also auf beiden Seiten Verbesserungen erreichen. Wenn Sie nun die Aufwertung herausbrechen wollen, wie das der Antrag der Minderheit Brunner Toni möchte, dann verlieren Sie diese Balance. Das ist der erste Punkt.
Zum zweiten Punkt: Es muss ja wohl jeder Gemeinde, jedem Dorf überlassen bleiben, wie es sich in einem solchen Park präsentieren will, wie es seine Etikette, wie es seine Visitenkarte darstellen will. Wenn das eine Gemeinde nicht will, nämlich sich auch bezüglich ihrer Präsentation aufwerten, vielleicht irgendwelche verkommenen Gebäude sanieren, dann ist das ihr Problem. Aber es sollte doch auch hier die Absicht zum Ausdruck kommen, dass eben auch diese Werte, auf denen ja gerade der Tourismus basiert - eine anständige, eine schöne, eine liebenswerte Landschaft und eine Siedlung, die sich sehen lassen kann -, sichtbar werden. Das sollte ja auch im Interesse dieser Parkgemeinden und der Eigentümer selber sein, die davon profitieren.
Ich bitte Sie daher darum, die Balance nicht zu verlieren, indem Sie dem Antrag der Minderheit Brunner Toni zustimmen. Er reisst ein Stück auf einer Waagschale weg, und die Waage senkt sich dadurch ganz eindeutig auf die Seite der Stärkung der Wirtschaft und der Vermarktung der Produkte. Das ist ein wichtiger Teil, aber es ist nur der eine Teil. Der andere Teil besteht darin, dass man eben auch die Qualität der Landschaft, die Qualität der Siedlungen in dieser Landschaft aufwertet. Denn die Leute kommen nicht allein wegen der Produkte, die Sie anbieten und dadurch besser verkaufen, sondern sie kommen zu einem wesentlichen Teil, weil Sie eine schöne Landschaft bieten, weil Sie diese Landschaft pflegen und auch aufwerten - dort, wo es noch etwas aufzuwerten gibt.
Ich bitte Sie daher dringend, den Antrag der Minderheit Brunner Toni abzulehnen und mit dem Ständerat dem Entwurf des Bundesrates zuzustimmen.