Galli Remo · Nationalrat · 2000-09-20
Galli Remo · Nationalrat · Bern · Christlichdemokratische Fraktion · 2000-09-20
Wortprotokoll
Ziel der Interpellation war eigentlich, bei den vielen, immer neuen Massnahmen und Vorstössen einmal eine Übersicht darüber zu erhalten, was wir bei der Bildungsoffensive machen. In Bezug auf die Lehrstellenbeschlüsse ist die Antwort gut, sehr interessant - da hat man eine Ahnung, wie das jetzt weiterläuft, und kann sagen: Erfolge sind da. Zusammengestellt wurden insbesondere auch die Anstrengungen in der Informatikausbildung, vom Basislehrjahr über die Berufslehren, die drei Pilotprojekte für Informatikschulen bis hin zu den Fachhochschulen - diese Liste ist, weil einiges neu in Gang geraten ist, sicher nicht mehr vollständig; dies, obwohl sie vor kurzem erstellt worden ist. Es kann aber festgestellt werden, dass die bisherigen Massnahmen wohl kaum genügen werden, um das Ziel, mit der Informatikausbildung im eigenen Lande genügend Leute bereitstellen zu können, kurzfristig zu erreichen - mittelfristig kann das Ziel nur teilweise erreicht werden.
Nun stelle ich die Frage zur Interpretation in den Raum, ob die Bildungsoffensive sich denn nur auf Lehrstellen und vor allem nur auf die Informatik beschränken darf. Es gibt andere neue Berufe - Berufe in der Wirtschaft ausserhalb der Informatik, die genauso wichtig werden, ich denke an Medizinalberufe, Umwelttechnik usw. -, wo wir genauso flexibel sein müssen, wo der Bund eigentlich Massnahmen ergreifen und uns auch zeigen sollte, wo er sie ergreifen will.
Das Zweite, was eigentlich nicht behandelt wird, ist der Bezug zur hohen und höchsten Bildung - bei den Massnahmen und bei der Finanzierung hat man praktisch immer nur die unteren Stufen erwähnt. Auch da müssen wir unbedingt viel tun, damit unsere Wirtschaft und unsere Forschung ihren Platz behalten können. Auch müssen wir aufpassen, dass Fachhochschulen und Universitäten nicht vermischt werden - für beide Bereiche muss die Zukunft gesichert werden. Die Offensive in der Weiterbildung - kürzlich haben wir gehört, dass der Bund hier neue Vorstellungen erarbeitet - wird hier in der Antwort nicht behandelt; dies aber wäre wichtig. Ich habe ein bisschen bedauert, dass diese Gesamtschau ein bisschen reduziert vorgenommen wurde. Vielleicht geschah dies, weil das Volkswirtschaftsdepartement allein und nicht gemeinsam mit dem Departement des Innern geantwortet hat.
Insofern bin ich nur teilweise befriedigt. Denn ich wüsste gerne - dann könnten wir auch besser handeln -, wo es im Bildungsbereich noch zusätzlichen Handlungsbedarf gibt.