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Bruderer Pascale · Nationalrat · 2006-03-16

Bruderer Pascale · Nationalrat · Aargau · Sozialdemokratische Fraktion · 2006-03-16

Wortprotokoll

Nach den Äusserungen des Bundesrates, namentlich zum Ticketing und zur Besteuerung, möchte ich eigentlich nicht auf einzelne Punkte eingehen; wir werden das im Rahmen der Detailberatung tun. Aber etwas möchte ich hier im Namen der Kommission doch noch festhalten: Es besteht keine Pflicht, sich als Fussballfan zu outen, und es besteht auch keine Pflicht, Begeisterungssprünge zu fabrizieren. Die Aufgabe des Parlamentes besteht darin, diese Botschaft kritisch zu würdigen, zu prüfen, zu diskutieren, und wir müssen uns einig werden, ob wir damit erfolgreich zu einer gelungenen Euro 2008 beitragen können.

Halten wir uns an die Vorschläge der Kommissionsmehrheit, soll es eben um mehr gehen als nur um ein paar Fussballspiele, um mehr als um einen Anlass für Fussballfreaks oder gar für die Elite der Sportlobbyistinnen und -lobbyisten. Die Euro 2008 soll eine Breitenwirkung entfalten können, ich habe es gesagt. Es soll ein Fest für Jung und Alt, für Menschen mit und ohne Behinderungen, für Familien, für Männer, für Frauen sein.

Ich wiederhole: Es besteht hier und heute keine Pflicht, begeistert zu sein. Aber es besteht eine Pflicht, bei der Wahrheit zu bleiben und nicht etwa zu verneinen, sondern zu betonen, dass namentlich auch die Jugend von diesem Fest profitieren wird: durch die Rahmenprojekte, die ins Auge gefasst werden; durch die Projekte des Schweizerischen Fussballverbandes, "Fussball in die Schule" als ein Beispiel, die Strassenfussballturniere als ein anderes Beispiel; und auch durch die vielen Beiträge, die - das ist weniger bekannt - via Uefa und ihre Profite durch die Euro 2008 wieder in die Förderung des Breitensports, des Nachwuchses im Fussballbereich und in den Frauenfussball fliessen werden.

Hören Sie auch auf mit der Behauptung, wir würden Jubelaktionen verordnen! Wenn Sie bei der Wahrheit bleiben und wenn die Idee einer farbigen und fröhlichen Euro 2008 für alle unterstützt wird, kommt die Begeisterung in der Bevölkerung von allein, und darauf freue ich mich. Begeisterung und Freude lassen sich nicht verordnen, das ist klar, aber sie lassen sich vermiesen, wenn man nicht bei der Wahrheit bleibt; ich möchte Sie deshalb bitten, bei der Wahrheit zu bleiben. Den Unmut über die gestiegenen Kosten können wir sehr gut verstehen und nachvollziehen. Ich habe die diesbezügliche kritische Haltung auch unserer Kommission erwähnt und erläutert. Doch die Aussage, dass die breite Bevölkerung nicht profitieren werde, können wir nicht teilen, denn darauf haben wir besonders Acht gegeben, und wir haben die Vorlage auch noch entsprechend verbessert.

Die geführte Diskussion ist wichtig, die Kritik ist verständlich, aber nach dieser Vergangenheitsbewältigung gilt es nun, vorwärts zu machen, den Verantwortlichen das Vertrauen zu schenken und nach der erfolgreichen Kandidatur für die Euro 2008 auch eine erfolgreiche Durchführung der Euro 2008 zu ermöglichen. Leisten wir unseren Beitrag dazu, treten wir auf die Vorlage ein!