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Kunz Josef · Nationalrat · 2006-03-23

Kunz Josef · Nationalrat · Luzern · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2006-03-23

Wortprotokoll

Namens der Kommission beantrage ich Ihnen, die Motion Hess Hans anzunehmen. Mit Ziffer 1 der Motion geben wir dem Bundesrat den Auftrag, darauf hinzuwirken, dass verbautes Holz unter Kyoto als CO2-Senke angerechnet wird. Unter Ziffer 2 verlangt die Motion, dass in Anwendung des CO2-Gesetzes dafür zu sorgen ist, dass verbautes Holz in der CO2-Rechnung der Schweiz bilanzwirksam wird.

In den schweizerischen Gebäuden sind Millionen Tonnen von CO2 in Holz gebunden, ohne dass dieses in der CO2-Bilanz angerechnet werden kann. Das verbaute Holz entzieht dem natürlichen Kreislauf Kohlenstoff und fixiert diesen über Jahrzehnte in einem Depot, während im Wald durch Nachwuchs neues Kohlendioxid gebunden wird. Der nachhaltigste Nutzen von Holz im Bauwesen besteht in seiner Verwendung anstelle anderer Baustoffe, denn die Herstellung der meisten Holzprodukte benötigt markant weniger Energie als die Fertigung anderer Produkte. Durch die Energieeffizienz der Verarbeitung sinkt der Ausstoss von Treibhausgas erheblich. Mit einem zusätzlichen Holzverbrauch von 1 Million Kubikmeter fester Holzmasse im Bauwesen könnten in der Schweiz rund 1 Million Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente eingespart werden. Der Baumarkt ist für Holz so aufnahmefähig, dass die Senkenleistung aufgrund einer vermehrten Verwendung dieses Rohstoffes im Bauwesen gegen einen Viertel der Kyoto-Reduktionsziele zu erreichen vermöchte. An der Konferenz in Marrakesch wurde diese Problematik schon mehrmals diskutiert. Die Teilnehmer entschieden aber, dass eine Anrechnung erst für die Zeit nach 2012 in Betracht gezogen wird.

Der Bundesrat soll nun mit Ziffer 1 der Motion aufgefordert werden, für die Anrechnung verbauten Holzes unter Kyoto aktiv zu werden. In der Kommission war vor allem bei Ziffer 2 umstritten, wie im Gesetz eine Bilanz des Verbrauches und Nachwachsens der Hölzer in der Schweiz umgerechnet und angerechnet werden kann. Grundsätzlich war man sich in der Kommission aber einig, dass jede Massnahme, welche zur Steigerung des Holzbedarfes und somit zur Erreichung der Kyoto-Ziele führt, zu begrüssen sei. So ist die Motion als Auftrag an den Bundesrat zu verstehen, in diesem Sinne aktiv zu werden. Die Detailfragen müssen zu einem späteren Zeitpunkt und nicht mit dieser Motion gelöst werden.

Der Ständerat hat die Motion mit 28 zu 1 Stimmen angenommen, in der Kommission wurde Ziffer 1 der Motion mit 18 zu 1 Stimmen und Ziffer 2 mit 11 zu 7 Stimmen bei 2 Enthaltungen angenommen.

Namens der UREK beantrage ich Ihnen, beide Ziffern der Motion anzunehmen.