Germann Hannes · Ständerat · 2006-06-08
Germann Hannes · Ständerat · Schaffhausen · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2006-06-08
Wortprotokoll
Geschätzter Kollege Schmid, erlauben Sie mir eine ganz kleine Replik: Also so haben wir das nicht empfunden. Es mag vielleicht Anleger geben, die eine hohe Risikobereitschaft haben. Aber die strukturierten Produkte bieten diesen Leuten das an, und sie wissen dann: Wir spielen, also "spielen" - sie investieren einfach in Gesellschaften. Ja, man kann sagen: Wenn das Geld in eine Gesellschaft investiert wird, die vor dem Konkurs steht, dann ist das höchstes Risiko. Wenn Sie vor dem Niedergang der Swissair als Privater nochmals Kapital eingeschossen hätten, hätten Sie das verlieren können. Sie hätten aber auch das Unternehmen retten können, wenn die Swissair es dann geschafft hätte. Dann hätte sich dieses Geld in Kürze vermehrt. Was ich sagen will: Die strukturierten Produkte können auch genau jene Anleger berücksichtigen, die eben risikoscheu sind, indem der Obligationenanteil sehr hoch gehalten wird und nur ein kleiner Aktienanteil gehalten wird; auf Derivate wird vielleicht ganz verzichtet, oder man kann sie auch hereinnehmen.
Aber es ist genau das Gegenteil der Fall: Man kann das Risiko sehr fein adjustieren, und das entspricht eben genau dem Bedürfnis des Anlegers. Der eine ist mit 2 oder 3 Prozent im Jahr zufrieden, wenn er es erhält, der andere möchte 10 oder 12 Prozent haben, nimmt aber auch einen Verlust in Kauf. Er kann diesen in der Regel dann steuerlich nicht absetzen; aber das ist nur eine Klammerbemerkung. Ich wollte das einfach noch ein bisschen differenzieren, auch wenn ich natürlich für Ihre "Kropfleerete" Verständnis habe.