Leuthard Doris · Bundesrat · 2006-09-21
Leuthard Doris · Bundesrat · Aargau · 2006-09-21
Wortprotokoll
Die Diskussion hat eigentlich wieder die alten Gräben gezeigt, die bei diesem Thema existieren. Deshalb beantragt ja der Bundesrat bei allen Motionen die Annahme, weil wir eben wirklich die Forschung in aller Breite ermöglichen wollen. Die Motion verlangt eigentlich nichts anderes als das, was seit langem, eigentlich seit Jahrhunderten, getan wird in diesem Land, nämlich dass wir innovative Züchtungsmethoden selbstverständlich erforschen. Das ist ein laufender Prozess und nichts Neues. Insofern hat der Bundesrat mit der Annahme dieser Motion überhaupt keine Mühe - aber eben als Paket, weil wir wirklich der Überzeugung sind: Es braucht im Rahmen der Forschung auch die Risikoforschung, die erwähnt wurde; diese ebenso wie die klassische Forschung im Sinne der Motion.
Seit 2005 verzichtet Agroscope auf die Anwendung der Gentechnik in ihren Züchtungsprogrammen. Für das Rahmenprogramm 2008-2011 wurden im Bereich der Pflanzenzüchtung rund fünfzig kreative und innovative Forschungsaufgaben zu den Themen Selektion und genetische Ressourcen formuliert. Die Forschungsinvestitionen zielen u. a. auf eine Verbesserung der Qualität, auf eine Erhöhung der Krankheitsresistenz, auf die Selektion bezüglich der Herbizidresistenz sowie auf die Anpassung an den Standort und auf die extensive Bewirtschaftung.
Die Fachgruppe Phytopathologie am Forschungsinstitut für biologischen Landbau (Fibl) untersucht und entwickelt Praxislösungen zur Behandlung von Pflanzenkrankheiten im Obst-, Wein-, Gemüse- und Ackerbau. Neben dem direkten Pflanzenschutz mit neuartigen Produkten und Anwendungsstrategien werden Techniken zur Erhöhung der Krankheitsresistenz der Pflanzen und zur Krankheitsunterdrückung mit mikrobiellen Gegenspielern entwickelt.
Unsere schweizerische Pflanzenzüchtung setzt sich seit ihrem Bestehen für innovative Lösungen ein und ist bestrebt, das auch in Zukunft konsequent weiterzuverfolgen. Der Erfolg dieser Forschung zeigt sich u. a. darin, dass die Sorten in nationale und internationale Sortenkataloge aufgenommen und angebaut werden. Das Bundesamt für Landwirtschaft wird deshalb das Anliegen dieser Motion bei der Ausgestaltung der Leistungsaufträge für die Jahre 2008 bis 2011 bei Agroscope und am Fibl berücksichtigen. Deshalb ist es für uns im Bundesrat klar, dass wir mit dem Inhalt dieser Motion keine Mühe haben, weil sie nichts anderes verlangt als das, was seit langem im Gange ist, was die tägliche Arbeit dieser Forschungsanstalten ausmacht - aber eben unter der Annahme der weiteren Optionen in aller Breite, auch im Rahmen der Risikoforschung bezüglich GVO.