Baumann J. Alexander · Nationalrat · 2000-10-04
Baumann J. Alexander · Nationalrat · Thurgau · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2000-10-04
Wortprotokoll
Ich danke dem Bundesrat für die sorgfältige Abhandlung des Themas. Er differenziert sehr fein.
Mit einzelnen Punkten kann ich mich nicht einverstanden erklären. Es genügt natürlich nicht, wenn man sagt, es könne wissenschaftlich nicht bestätigt werden, dass es möglich sei, dass Hochleistungssportler diese Drogen einnehmen, um den letzten Kick aus sich herauszuholen. Ich erwähne das Beispiel der bestehenden Restangst nicht für den Torhüter vor dem Elfmeter, sondern z. B. für den Skispringer, den Snowboarder, die halt noch eine letzte Restangst überwinden müssen. Da kann es wohl sein, dass ein "Kiff", eine Haschischzigarette, etwas dazu beiträgt.
Damit kommen wir zum nächsten angesprochenen Punkt, wo der Bundesrat schreibt: "Der Bundesrat ist der Meinung, dass diese Idolfunktion durch vermehrten Einbezug der Spitzensportlerinnen und Spitzensportler in die Dopingprävention gestärkt werden kann." Wir müssen nicht die Idolfunktion der Sportler stärken, das macht die "Schweizer Illustrierte" schon. Wir müssen schauen, dass diese Idole sauber gehalten werden.
Wenn wir unserer Jugend die Sportler als Idole voranstellen, dann halte ich es für ausgesprochen schlecht, wenn gesagt wird: Die Leute haben gewonnen, aber sie haben gekifft.
Die Zeit hat sich geändert. Der Bundesrat hat beantragt, man soll auch kiffen können. Wenn das beim Sport auch der Fall sein soll, sehe ich keine Möglichkeit, erfolgreich an meiner Motion festzuhalten. Ich nehme davon Abstand.