Gutzwiller Felix · Nationalrat · 2006-12-12
Gutzwiller Felix · Nationalrat · Zürich · Freisinnig-demokratische Fraktion · 2006-12-12
Wortprotokoll
Ich selber bin in meiner universitären Aktivität nicht an einem solchen Programm beteiligt, aber ich höre im Kontext der Hochschulszene natürlich sehr viel. Ich muss nicht betonen, wie wichtig und grenzüberschreitend die Forschung heute ist. Im Alltag des Forschers und der Forscherin gibt es eine tägliche - tägliche! - Auseinandersetzung mit Ideen, Impulsen, Methoden und Personen auf internationaler Ebene. Ohne diesen Nährboden der Forschung ist kompetitive Forschung heute international nicht mehr denkbar. Da spielen diese EU-Forschungsprogramme eine wichtige Rolle. Ich darf Ihnen ein Beispiel aus dem Bereich der Gesundheitswissenschaften, der Life Sciences, geben. Das kann so aussehen: Da plant ein Team eine solche Studie beispielsweise in Barcelona, die Durchführung geschieht mit fünf oder sechs europäischen Gruppen in sechs verschiedenen Ländern, das Labormaterial, beispielsweise im Bereich der genetischen Untersuchungen, wird in Genf und Zürich untersucht, und die Statistik für das Ganze wird in Helsinki gemacht. Das sind heute die Realitäten des Forschungsbetriebes in solchen Bereichen, in denen auch, wie das Beispiel zeigt, die Schweiz mittut.
Ein weiterer Grund für diese EU-Forschungsprogramme liegt in der erfreulichen Zunahme der schweizerischen Beteiligung. Sie sehen daran, dass dies offensichtlich auch Anklang und Akzeptanz aufseiten der Schweizer Forscherinnen und Forscher findet. Sie sehen das an der Statistik über den Verlauf der verschiedenen Programme der früheren Zeitperioden. Damit ist auch eine klare Wirkung nach innen gegeben, welche diese EU-Beiträge auslösen, insbesondere bezüglich Forschungsplätzen für junge Forscherinnen und Forscher in der Schweiz. Sie wissen, dass solche Forschungsplätze in allen Hochschulen, in allen Landesteilen heute diejenigen sind, die die zukünftigen beständigen Arbeitsplätze in der Schweiz auch garantieren. Auch aus dieser Optik kann man diesen Programmen zustimmen.
Ein weiterer wichtiger Punkt, der heute Morgen noch wenig erwähnt worden ist, ist die Frage, in welchen Themenbereichen sich die Schweiz bisher in diesen EU-Forschungsprogrammen situiert. Wenn Sie sich hier die Statistiken ansehen, werden Sie sehen, dass die Schweizer Beiträge genau dort überproportional häufig stattfinden, wo es um eine innovative, um eine wachsende Schweiz geht; dort finden die Beiträge der Schweiz überproportionalen Anklang. Das sind beispielsweise die Kommunikationstechnologien, die erwähnten Life Sciences - Lebenswissenschaften, "sciences de la vie" - sowie die Material- und Nanowissenschaften. In diesen drei Schlüsselbereichen ist die Schweiz überproportional vertreten, und es sind diese Bereiche, die uns zukünftig Wachstum und Innovation bringen werden.
Aus meiner Optik ist es klar - und auch aus der Optik meiner Fraktion -: Treten Sie auf die Vorlage ein, weisen Sie den Rückweisungsantrag ab, und geben Sie diesen Forschungsprogrammen auch für die Periode 2007-2013 die Chance, die sie in der Schweiz verdienen.