Altherr Hans · Ständerat · 2006-12-19
Altherr Hans · Ständerat · Appenzell A.-Rh. · Freisinnig-demokratische Fraktion · 2006-12-19
Wortprotokoll
Ich werde mich nicht an das Motto "last but not least" halten, sondern an "last and least", ich werde mich sehr kurz halten. Ich stehe zwar regelmässig um 05.30 Uhr auf, aber nicht, um in den Stall zu gehen, und ich möchte auch nicht so tun als ob. Ich möchte mich lediglich auf ein Beispiel beschränken, das die sehr fulminanten Voten der Kollegen Schweiger und Bürgi etwas illustriert und Ihnen vielleicht auch zeigt, dass Direktzahlungen nicht unbedingt das Gelbe vom Ei sind, und das Ihnen aufzeigt, weshalb ich die Minderheitsanträge zu einem grossen Teil unterstützen werde. Zugleich legt das Beispiel meine Interessenbindung offen.
Meine Mutter besitzt eine landwirtschaftliche Liegenschaft, etwa sieben Hektaren mit Haus und Stall. Es war lange ein landwirtschaftliches Gewerbe, das integral verpachtet war. Nach dem Tod des Pächters, etwa vor zehn Jahren, hat sie sich entschlossen, das Land und den Stall zu verpachten, das Haus aber an eine Familie zu vermieten, die nicht in der Landwirtschaft tätig ist. Meine Mutter konnte dadurch ihr Einkommen ganz erheblich steigern, und sie unterstützte zugleich den Strukturwandel. Wenn ich die Liegenschaft dereinst erbe, müsste ich mir überlegen, das Land als Selbstbewirtschafter zu übernehmen und mich als Nebenerwerbsbauer zu betätigen. Ich beabsichtige das zwar nicht, könnte aber so dank den Direktzahlungen den Ertrag nochmals deutlich steigern, selbst wenn ich mich darauf beschränken würde, das Gras auf dem Land im Jahr einmal zu mähen und zu verschenken. Ich frage mich und Sie - wahrscheinlich ist es eine rhetorische Frage -, ob das richtig ist und ob das den Strukturwandel unterstützt. Wie gesagt, ich werde es nicht machen, obwohl es einen gewissen Reiz hätte und ich mich als Bauer in Ihrem Rat sehr wohl und sehr gut vertreten fühlen würde. (Heiterkeit)