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Escher Rolf · Ständerat · 2006-12-20

Escher Rolf · Ständerat · Wallis · Christlichdemokratische Fraktion · 2006-12-20

Wortprotokoll

Im Wallis wird rund die Hälfte des Schweizer Weins produziert. Gestatten Sie mir deshalb doch eine kurze Intervention.

Es ist schon so, dass das Wallis in Bezug auf den Rebbau in manchem doch sehr bevorzugt ist, sei es durch die Qualität der Böden, sei es durch längere Sonnenexpositionen oder sei es durch intensivere Föhnlagen. Trotzdem haben wir vor fünfundzwanzig Jahren unsere eigene Weinproduktion kaputtgemacht. Wir haben nicht auf Qualität, sondern auf Quantität gesetzt, mit vier bis fünf Kilogramm Rebgut pro Quadratmeter. Wir haben in falschen, zu hohen, zu schattigen Lagen Reben anpflanzen lassen, und wir haben schlussendlich noch den grünen Veltliner importiert. All diese Todsünden führten dazu, dass plötzlich unsere Weinproduktion zerstört am Boden lag. Das war eine Tragödie - eine Tragödie für Tausende von kleinen Rebbauern, eine Tragödie für Hunderte von Kellereien.

Zum Glück ist es uns selbst gelungen, das zu korrigieren, und zwar, weil wir auf die Qualität gesetzt haben, unter der Führung einer starken Hand, nämlich des kantonalen Wirtschaftsministers, des ehemaligen Kollegen hier im Ständerat, Guy Genoud. Wir haben Reben in schlechten Lagen ausrotten lassen, unter Polizeischutz; es wurden Mengenbeschränkungen eingeführt, die bis zu 500 oder 600 Gramm pro Quadratmeter gehen. Wir haben Qualitätsvorschriften durchgesetzt. Wir deklassieren heute beste Weine, die bei einer durchgehenden schweizerischen Regelung in der höchsten Klasse bleiben würden. Damit ist es schlussendlich gelungen, ein hervorragendes Produkt zu gestalten.

Darum bitte ich Sie, den Antrag Epiney zu unterstützen und das gleiche System beim Weinbau zu belassen, das wir beim Käse als Selbstverständlichkeit akzeptieren. Wir wollen mit diesem Antrag kein Geld, keinen Franken. Wir wollen aber nicht, dass durch quasi abschliessende eidgenössische Regelungen, die dadurch flächendeckend und durchschnittlich sind, die Weinqualität bei uns vermindert wird.

Ich bitte Sie wirklich, dem Antrag Epiney zuzustimmen.