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Graf Maya · Nationalrat · 2007-03-07

Graf Maya · Nationalrat · Basel-Landschaft · Grüne Fraktion · 2007-03-07

Wortprotokoll

Ich beantrage Ihnen im Namen der Grünen, bei diesem Artikel unbedingt dem Ständerat zu folgen. Der Ständerat stellt zu Recht zu den ökologischen Bedingungen auch die sozialen Produktionsbedingungen als Mindestanforderung. Und, Herr Keller, der Ständerat ist nicht links, weil er hier "sozial annehmbare Produktionsbedingungen" einfügt. Ich hätte zwar gerne, er wäre linker, aber er hat nur den sozialen Aspekt neben den ökologischen gestellt - was sehr zu unterstützen ist und einer nachhaltigen Gesamtbilanz entspricht.

Sie alle haben, ebenso wie ich und wie Frau Marty Kälin erwähnt hat, einen Brief von neunzehn verschiedenen Organisationen erhalten: von bäuerlichen, entwicklungspolitischen, kirchlichen und Umweltorganisationen, die sich seit Jahren intensiv mit diesen Themen in den Südländern auseinandersetzen. Ich möchte, vor allem auch für die Bauern und Bäuerinnen in diesem Saal, erwähnen, dass die IP-Suisse dabei ist, aus den kirchlichen Kreisen "Brot für alle", Fastenopfer, Caritas, auch Naturorganisationen wie die Pro Natura, um einige zu nennen. Diese Organisationen sind sich der Verantwortung bewusst, die wir vor allem beim Import von Energiepflanzen haben.

In vielen Ländern des Südens werden im Zusammenhang mit der Bewirtschaftung von Energiepflanzen nämlich mit grosser Sorge problematische, menschenunwürdige Zustände festgestellt. Die Ernährungssouveränität der Bevölkerung, das, was wir in unserem eigenen Land so hochhalten, wird durch die steigende Nachfrage nach Biotreibstoffen zunehmend bedroht. Statt fruchtbare Böden für den eigenen Nahrungsmittelbedarf zu verwenden, bauen viele Länder nachwachsende Rohstoffe und Energiepflanzen für den Export an. Durch diese Politik werden grosse Monokulturen gefördert, oft auch mit gentechnisch veränderten Pflanzen. Diese massive Ausdehnung von Monokulturen, Sie wissen das, führt zu Landkonflikten. Viele Kleinbauernfamilien werden verdrängt, und ihr Lebensraum wird zerstört. Diese perspektivlosen Kleinbauern und -bäuerinnen werden dann aufgeboten, auf den Plantagen zu arbeiten, aber dort sind die Arbeitsbedingungen und Löhne häufig sehr schlecht. Da die Nachfrage nach Energiepflanzen auf dem Weltmarkt in Zukunft mit dem Boom von Agrotreibstoffen weiter steigen wird, wird es in vielen Fällen lukrativer sein, Energiepflanzen anstatt Lebensmittel anzubauen. Und wir haben hier, für uns, die Verantwortung, dass wir bei importierten Energiepflanzen die Einhaltung nicht nur der ökologischen, sondern auch klar der sozialen Kriterien verlangen.

Darum stimmen Sie unbedingt mit dem Ständerat und somit dem Antrag der Grünen zu!