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Schibli Ernst · Nationalrat · 2007-03-14

Schibli Ernst · Nationalrat · Zürich · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2007-03-14

Wortprotokoll

Die Verwertungsbeiträge für Kartoffeln sind ein sehr nützliches Instrument und sollen aufgrund folgender Überlegungen auch in Zukunft beibehalten werden: Im Kartoffelanbau gibt es, ungleich stärker als bei anderen Kulturen, grosse Ernte- und Qualitätsschwankungen aufgrund der Witterungsverhältnisse. Hinzu kommt, dass die Kartoffelproduktion unter Einhaltung der ÖLN-Anforderungen wesentlich schwieriger geworden ist. Folge davon sind Instabilitäten auf den Märkten, die nicht strukturell bedingt sind. In solchen Märkten sind aus einer agrarökonomischen Optik Marktstützungsmassnahmen ein sehr effizientes und unerlässliches Instrument. Nur durch Auslese kann die Versorgung mit qualitativ hochstehender Ware im heutigen Umfang sichergestellt werden.

Durch die Unterstützung mittels Verwertungsbeitrag werden die durch Ausfälle entstehenden Einbussen verringert. Die komplette Streichung der Verwertungsbeiträge würde somit die Qualitätsproduktion - und das ist die einzig richtige Strategie für unser Land - untergraben. Eine Kompensation durch die Erhöhung des Beitrages für die offene Ackerfläche um 200 Franken pro Hektare löst dieses Problem nicht und ist deshalb keine Alternative. Die Folge einer vollständigen [PAGE 264] Streichung der Verwertungsbeiträge wären ein Qualitätseinbruch am Markt und damit verbunden eine geringere Nachfrage, massiv tiefere Produzentenpreise und ein weiterer Rückgang der Fläche.

Die Branche geht davon aus, dass unter diesen Umständen die heutige Anbaufläche um rund 25 Prozent auf 10 000 Hektaren zurückgehen würde. Der heutige hohe Selbstversorgungsgrad von 90 Prozent würde massiv zurückgehen. Die Problematik eines Rückgangs der Kartoffelproduktion zeigt sich gerade jetzt. In Europa gibt es zu wenig Kartoffeln. Die Versorgung des inländischen Marktes ist infrage gestellt.

Die Frischverfütterung hat sich als effizienteste Verwertungsmassnahme erwiesen. Die Branche räumt ihr denn auch konsequent Priorität ein. Aufgrund der eindeutig höheren Effizienz der Frischverfütterung könnte ab der Ernte 2009 auf die Trocknung teilweise oder ganz verzichtet werden. Damit könnten 3 bis 4 Millionen Franken eingespart werden. Diese Anpassungen wären auch aus ökologischer und ökonomischer Sicht vorteilhaft und böten zusätzlich den Vorteil, dass die Unterstützung ausschliesslich und direkt den Produzenten zugutekäme.

Ich sage es noch einmal: Verarbeiter und Produzenten müssen Hand in Hand arbeiten und vorwärtsschauen. Nur wenn sie sich ergänzen, werden wir auch in Zukunft eine Kartoffelproduktion haben, die für unser Land wertvoll ist. Unser Land braucht unbedingt eine solche Kartoffelproduktion.

Ich bitte Sie deshalb, unserem Antrag zuzustimmen und die Weiterführung des geltenden Rechtes festzusetzen.