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Cottier Anton · Ständerat · 2000-09-20

Cottier Anton · Ständerat · Freiburg · Christlichdemokratische Fraktion · 2000-09-20

Wortprotokoll

Ich empfehle dem Bundesrat die progressive Erhöhung des Kredits für die Filmförderung, dies mit dem Ziel, diesen Kredit mittelfristig zu verdoppeln. Der Bundesrat antwortet mir, dass im Budget des nächsten Jahres eine "Erhöhung" und im Finanzplan 2002-2004 eine "substanzielle Erhöhung" der Filmkredite vorgesehen seien.

Ich bin froh, dass der Bundesrat diesen für die Filmförderung notwendigen Entscheid nach einigem Ringen mit sich selbst nun gefällt hat. Diesen Sommer haben die Filmkreise - und insbesondere die Filmproduzenten - einen Hilfeschrei, einen Verzweiflungsschrei, zum Ausdruck gebracht. Gerade am Filmfestival von Locarno ist die prekäre Lage der schweizerischen Filmschaffenden thematisiert worden, und auch ich als Präsident der Organisation Procinema - zu Recht kommt diese Organisation übrigens nicht in den Genuss öffentlicher Gelder - bin damit konfrontiert worden.

In seiner kurzen Stellungnahme antwortet der Bundesrat, dass er auf diesen Hilfeschrei reagiert hat. Es ist erfreulich, dass der Bundesrat nun mittelfristig eine substanzielle Erhöhung der Filmkredite vorschlägt. In seiner Stellungnahme nennt der Bundesrat allerdings keine Beträge; es interessiert mich zu wissen, was der Bundesrat in Zahlen ausgedrückt unter "substanzieller Erhöhung" versteht. Ich beantrage in meiner Empfehlung, die Filmkredite mittelfristig zu verdoppeln, also noch weiter zu gehen, über eine "substanzielle Erhöhung" hinaus.

Um die Forderung nach der Verdoppelung festzulegen, habe ich als Massstab die Praxis in gewissen europäischen Ländern beigezogen; aber auch öffentliche Kulturkredite von Schweizer Städten dienten mir als Vergleichskriterium. Der Bund unterstützt das Filmschaffen heute mit jährlich 21,5 Millionen Franken. In Europa werden bedeutend höhere Beträge zugunsten des Filmschaffens ausgegeben. Als Beispiel nehme ich ähnliche Länder wie die Schweiz, z. B. Schweden, wo die Filmunterstützung 64 Millionen Dollar beträgt, oder Dänemark, wo 30 Millionen Euro ausgegeben werden; andere ähnliche Länder könnten ebenfalls beigezogen werden. Aber ich habe auch Beispiele der Unterstützung von kulturellen Institutionen in unserem Land: Allein die Subvention des Berner Stadttheaters beträgt 21 Millionen Franken. Die Subvention für dieses eine Stadttheater beträgt also gleich viel, wie für das gesamte Filmschaffen in der Schweiz durch den Bund aufgewendet wird. Die öffentlichen Kredite für das schweizerische Filmschaffen stehen also in einem Missverhältnis zur Filmunterstützung im Ausland, aber auch zur öffentlichen Unterstützung von kulturellen Institutionen in Schweizer Städten.

Mit dem Durchbruch der Kommunikationstechnologien hat gerade das Filmschaffen weltweit einen grossen Aufschwung genommen, und damit trägt die Filmkunst par excellence zur Identität und zum kulturellen Erbe eines Landes bei. Der Schweizer Film soll nicht mit Hollywoodprodukten verglichen werden, man soll nicht übersättigt werden. Nein, wir sollten mit unserem Filmschaffen mit kleineren Ländern wie Dänemark, Belgien und Österreich in den Wettbewerb treten, wo erfolgreiche und exportfähige Filme produziert werden.

[PAGE 529] Zum Schluss möchte ich dem Bundesrat sagen, dass ich froh bin, dass er nun gewisse Entscheide im Sinne des schweizerischen Filmschaffens gefällt hat. Frau Bundesrätin Dreifuss bitte ich noch, die Grössenordnung der vorgesehenen substanziellen Erhöhung der Filmkredite des Bundes bekannt zu geben.