Föhn Peter · Nationalrat · 2007-09-26
Föhn Peter · Nationalrat · Schwyz · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2007-09-26
Wortprotokoll
Ich spreche hier als ehemaliger Lehrer, Schulleiter und als heutiger Unternehmer. Über die Priorisierung der ersten Fremdsprache kann immer gesprochen werden. Die Kommissionssprecherin spricht hier aber von einem Kompromiss. Das ist für mich kein Kompromiss. Jetzt wird das Fuder überladen, und zwar vor allem für schwache Schüler, die das gar nie werden bewältigen können. Haben Sie auch an diese schwachen Schülerinnen und Schüler gedacht?
Sie wollen jetzt nach der obligatorischen Schulpflicht Sprachkompetenz in "mindestens einer zweiten Landessprache und einer weiteren Fremdsprache" gewährleisten. Ich frage Sie: Was heisst hier Sprachkompetenz? Als Unternehmer und Ausbildner von mehreren Lehrlingen wäre ich zufrieden, wenn die Lehrlinge nur Deutsch könnten, und zwar richtig. Aber bezüglich der zweiten Sprache überlassen Sie es bitte den Kantonen, welche Sprache sie bevorzugen wollen, denn je nach Region und Wirtschaftsanbindung kann das unterschiedlich sein.
Für mich ist es auch klar, dass eine hohe Sprachkompetenz immer von Vorteil wäre. Artikel 15 Absätze 1 und 2 sind meiner Meinung nach genügend, denn es wird hier von der Förderung der Mehrsprachigkeit gesprochen. Aber bitte erklären Sie nicht noch eine dritte Sprache für alle als obligatorisch! Deutsch ist für die allermeisten Schülerinnen und Schüler schon eine erste Fremdsprache. So gesehen müssen unsere Schülerinnen und Schüler drei Fremdsprachen beherrschen, und das ist für mindestens ein Drittel unter ihnen wesentlich zu viel, ja viel zu viel.
Ich bitte Sie, zum Wohle vor allem unserer schwächeren Schülerinnen und Schüler - ansonsten können Sie dann in Zukunft Lehrlinge ausbilden und beweisen, was besser ist - die Minderheit I oder allenfalls dann die Minderheit II zu unterstützen.