Jenny This · Ständerat · 2007-09-19
Jenny This · Ständerat · Glarus · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2007-09-19
Wortprotokoll
Die Fragen von Frau Fetz sind nachvollziehbar. Hingegen werden entsprechende Massnahmen, wie auch immer die Antwort von Frau Bundesrätin Leuthard ausfällt, in der Praxis nicht sehr viel bringen. Ich beschäftige achtzehn Lehrlinge: solche, deren Familiennamen auf -ic enden, und solche, deren Familien seit Generationen in den Bergen wohnen. Die Unterschiede sind bekannt, in gewissen Bereichen sind sie vorhanden, in anderen nicht. Wir haben jedoch bereits heute im Kader sehr viele Secondos, die [PAGE 713] sich überdurchschnittlich anstrengen, weil sie merken, dass ihnen gute Leistungen zusätzliches Einkommen und Ansehen bringen. Das wird sich inskünftig auch bei jenen verstärken, deren Namen auf -ic enden.
Wieso stellen nun viele Betriebe solche Leute trotzdem nicht an? Primär sind es natürlich solche, die die nötige Schulbildung nicht mitbringen. Sie sind mit dieser Interpellation nicht gemeint, aber da schafft man sich tatsächlich Probleme. Sie brauchen auch überdurchschnittlich viel Betreuung. Bei allem Bekenntnis für die Probleme in diesem Bereich glaube ich nicht, dass man jemanden mit Ermahnungen dazu bringt, solche Leute einzustellen. Die Personalpolitik bestimmt den Gewinn einer Unternehmung. Sie bestimmt auch, wie erfolgreich sie in Zukunft arbeitet. Die Personalpolitik ist praktisch das Wichtigste. So sympathisch Frau Bundesrätin Leuthard auch immer ist - die Ermahnung allein bringt mich nicht dazu, zusätzlich solche Leute einzustellen. Der Unternehmer macht das, was ihm Erfolg bringt. Er muss das ja auch tun. Er muss die Leute anständig entlöhnen können, sein Betrieb muss ja auch in zehn Jahren noch vorhanden sein. Ich anerkenne die Bemühungen, aber in der Praxis ist das leider fast nicht umsetzbar. Vielleicht können Sie drei, vier Unternehmen dazu bewegen, solche Leute einzustellen, mehr aber nicht. Bei uns arbeiten heute schon viele Leute in Kaderpositionen, deren Namen auf -ic enden. Dafür bin ich dankbar.