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Fässler-Osterwalder Hildegard · Nationalrat · St. Gallen · Sozialdemokratische Fraktion · 2007-12-11

Wortprotokoll

Ich spreche zur Position 504.A6210.0120, "Turn- und Sportverbände und andere Organisationen". Sie finden beim neuen Betrag eine Fussnote, die darauf hinweist, dass die 1 Million Franken, die hier zusätzlich gesprochen werden sollen, für die nationale Anti-Doping-Agentur eingesetzt werden sollen.

Immer, wenn wieder ein Dopingfall auftaucht, wenn wieder jemand erwischt wird, geht ein Aufschrei durch die Bevölkerung, und ich muss sagen: Ich bin auch jedes Mal etwas verärgert, weil man den Spitzenleistungen, die in gewissen Bereichen geboten werden, nicht mehr so recht trauen kann. Wenn aber wieder so ein Fall auftaucht, hat das auch eine andere Seite: Es ist nämlich jemand in einer Kontrolle hängengeblieben. Wenn wir einen fairen Sport haben wollen, müssen wir die Kontrollen verstärken. Je mehr Dopingsünder in Kontrollen hängenbleiben, desto grösser wird die Wahrscheinlichkeit, dass man darüber nachdenkt, ob Dopen überhaupt intelligent sei. Für den Körper ist es sicher ungesund, das wissen alle; aber man dopt halt mal, um etwas weiter vorne zu sein, als man das ohne Doping wäre. Aber wenn die Wahrscheinlichkeit gross ist, erwischt zu werden, überlegt man sich dies viel eher, bevor man zu Doping greift. Deshalb sind insbesondere auch Kontrollen "out of competition", also ausserhalb des Wettbewerbs, wichtig. Während eines Wettbewerbs wissen die Sportlerinnen und Sportler ziemlich sicher, dass sie in eine Kontrolle laufen könnten, aber während des Trainings denken sie weniger daran, obwohl gerade in jenen Phasen gedopt wird.

In der Zwischenzeit hat sich ja die Praxis des Dopingeinsatzes weiter verändert, und die Schweiz sollte auch im Bereich Blutdoping besser gerüstet sein. Deshalb ist es wichtig, dass wir den heutigen Standard etwas ausbauen und von den gut 3 Millionen Franken, die heute für die Dopingkontrolle eingesetzt werden, auf 5 Millionen kommen. Das Bundesamt für Sport hat zusammen mit Swiss Olympic ein Budget aufgestellt, aus dem ersichtlich ist: Wenn wir insgesamt rund 5 Millionen Franken einsetzen, können wir den heutigen guten Level, den die Schweiz in diesem Bereich erreicht hat, aufrechterhalten. Wir können weiterhin eine gefragte Nation sein, bei welcher auch andere Länder anfragen, ob wir die Dopingkontrollen für sie durchführen würden. Wir haben ein ausgewiesenes Institut in Lausanne, das auch weiterhin finanziert werden muss.

Nun hat Swiss Olympic um die eine Million aufgestockt, und es wäre am Bund, die andere Million zu sprechen. Es gibt ja zwischen dem privaten Sport und dem Sport, der durch die öffentliche Hand finanziert wird, eine Arbeitsteilung: Beim Bund ist vor allem die Information, Prävention und Forschung; das kann man nicht an Private delegieren. Im privaten Sport sind dann die Kontrollen. Die Zusammenarbeit funktioniert recht gut, und die Kräfte sind jetzt auch noch im neuen Haus des Sports zusammengelegt worden. Deshalb ist es nötig, dass wir jetzt auch diesen Schritt wagen und in der Dopingbekämpfung wirklich weiterkommen; dies, damit noch viel häufiger aufgeschrieen werden kann, wenn wieder ein Dopingfall entdeckt wird, und zwar in der Hoffnung, dass das irgendwann zurückgeht und vor allem dass die Dopingkontrolleure nicht immer jenen, die dopen, hinterherhinken, sondern einigermassen auf dem gleichen Stand sind.

Tun Sie hier also einen Schritt zum Wohl auch unserer Jugend, die sich dann nicht forciert fühlt, auch zu dopen, weil sie weiss, dass alle, die dopen, erwischt werden.

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