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Kleiner Marianne · Nationalrat · 2007-12-11

Kleiner Marianne · Nationalrat · Appenzell A.-Rh. · Freisinnig-demokratische Fraktion · 2007-12-11

Wortprotokoll

Ich spreche hier zugunsten der Mehrheit der Kommission. Nicht alle Mitglieder der FDP-Fraktion sind dieser Ansicht. Die Mehrheit sieht es natürlich auch so, dass es gut wäre, wenn Kinder sich mehr bewegen würden. Es ist auch so, dass wir die Probleme sehen, die durch das Übergewicht und die zunehmende Unbeweglichkeit der Kinder verursacht werden. Wenn die Mehrheit diese Aufstockung nicht bewilligen will, dann gibt es ein paar Gründe dafür. Wir glauben, dass es Sache der Schule ist, hier einzugreifen, wenn die Eltern versagen. Zuallererst ist es die Aufgabe der Eltern, für Bewegung und die Gesundheit ihrer Kinder zu sorgen. Wenn dies nicht funktioniert, glauben wir, dass die Schule bei diesen kleinen Kindern die erste Ansprechstelle ist.

Jetzt ist es schon so, dass in diesem Projekt genau das geplant ist, dass man eine freiwillige vierte Turnstunde einführt. Aber wir sind eigentlich der Ansicht, dass es vermutlich genau diejenigen Kinder sind, die diese Stunde nicht besuchen werden, die sie am nötigsten hätten. Ich erzähle gerne eine kleine Anekdote aus dem Leben unseres Sohnes in der Primarschule. Da war auch ein ganz dicker kleiner Junge, und der hat immer gesagt, er habe viel lieber Rechnen als Turnen, weil man dazu sitzen könne. Ich glaube einfach, dass das auch bei diesem Projekt so laufen wird.

Wenn es nur um die 2 Millionen Franken ginge, dann wäre das ja keine grosse Sache. Aber es ist eben so, dass es dann sehr schnell viel mehr kostet. Für 2009 sind es schon 10 Millionen, und für 2010 sind es 16 Millionen, und für 2011 sind es schon 20,5 Millionen Franken. Das ist sehr viel Geld für eine Sache, bei der wir nicht sicher sind, ob wir dann auch die richtigen Kinder erfassen können.

Ein zweiter Grund: Wenn dies schon nicht Sache der Eltern und Schule ist, dann wäre es wenigstens Sache der Kantone. Mit dem NFA haben wir versucht, die Aufgaben zu teilen, und jetzt versuchen die Kantone immer wieder, beim Bund für alles Mögliche Geld zu holen. Das sind unsere wichtigsten Gründe. Dazu kommt noch, dass das Pilotprojekt zusammen mit der Euro 2008 läuft, und Bundesrat Schmid hat uns glaubhaft versichert, dass er immer noch daran ist, Sponsoren zu suchen für ein PPP-Projekt. Er glaubt immer noch, dass er hier finanzierungswillige Sponsoren finden wird, und ich glaube, diese Chance müssen wir ihm noch geben.

Darum bittet Sie die Mehrheit, hier nicht zuzustimmen.

Zum zweiten Punkt, zur nationalen Anti-Doping-Agentur (Nada): Die Sache ist ja die, dass hier der Bund bisher drei Viertel der Aufwendungen bezahlt hat, nämlich 1,7 Millionen Franken, und Swiss Olympic nur einen Viertel der Aufwendungen, nämlich 0,7 Millionen Franken. Wir glauben, dass Swiss Olympic wirklich diese zusätzliche Million sprechen kann und dass man dann so die Nada halb-halb finanziert. Es ist sehr wichtig, dass die Sportverbände hier Verantwortung übernehmen und diese Finanzierung genauso mittragen, wie sie ja schliesslich auch der Bund mit den 1,7 Millionen Franken mitträgt.

Wir sind der Ansicht, dass man hier nicht aufstocken sollte, und bitten Sie, diesen Aufstockungsantrag abzulehnen.

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