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Wobmann Walter · Nationalrat · 2007-06-05

Wobmann Walter · Nationalrat · Solothurn · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2007-06-05

Wortprotokoll

Ich bin Präsident des Schweizerischen Motorradverbandes FMS. Unser Verband ist international dem Weltverband FIM unterstellt. Ich spreche also im Namen von Abertausenden von Motorradfahrern. Wir organisieren die Schweizer Meisterschaft. Ich muss Ihnen sagen: Es ist ja schon unglaublich, dass die Schweizer Meisterschaft im Ausland durchgeführt werden muss. Ich habe ein ganzes Dossier mit Verhandlungen mit Rennstreckenbetreibern in ganz Europa. Die Schweizer Meisterschaft ist also quasi eine Europameisterschaft, wie man erkennt, wenn man es genau anschaut. Man muss sich das mal vorstellen! Früher fuhr ich selber auch Motorradrennen, Rundstreckenrennen - aus den bekannten Gründen im Ausland. Deshalb kann ich aus Erfahrung sprechen, und das ist sicher der grosse Unterschied zu den Gegnern. Vor allem bei Herrn Vollmer habe ich den Eindruck, er wisse gar nicht, was ein Motorradrennen oder ein Autorennen überhaupt ist.

Ich habe folgende Bemerkungen, vier Punkte, ganz kurz:

1. Den Sport im eigenen Land auszuüben ist viel umweltfreundlicher, als ins Ausland fahren zu müssen; siehe Schweizer Meisterschaft, siehe die vielen Hobbyrennfahrer, die jedes Wochenende ins Ausland gehen.

2. Zum Thema Sicherheit muss ich Ihnen als ehemaliger Rennfahrer sagen: Ich fühlte mich auf der Rennstrecke häufig viel sicherer als im Strassenverkehr. Das ist so, weil die Rennstrecken heute dermassen gut gebaut und sicher sind, dass man wirklich an die Grenze gehen kann. Gerade das wollen viele junge Leute machen. Wenn sie es jetzt im Strassenverkehr machen, lehne ich das natürlich entschieden ab. Es ist doch sicher besser, sie machen es auf der Rennstrecke.

3. Motorsportanlässe sind friedliche Anlässe. Ich war an unzähligen Anlässen, wo es zum Teil mehrere Hunderttausend Leute hatte, und es brauchte an keinem Ort Heerscharen [PAGE 644] von Polizisten und Militärleuten, wie das bei anderen Sportarten häufig der Fall ist.

4. Es ist ja schon seltsam und beschämend zugleich für unser Land, dass die Sportart des Sportlers des Jahres 2005, des Weltmeisters Tom Lüthi, im eigenen Land verboten ist. Das ist unglaublich, absurd und paradox.

Ich bitte Sie darum inständig: Wer wirklich für mehr Sicherheit und für Umweltschutz ist, der stimme der Aufhebung des unsinnigen Verbotes von Rundstreckenrennen in der Schweiz zu. Tausende von jungen Leuten werden es Ihnen danken; auch ich persönlich danke Ihnen ganz herzlich.