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Galladé Chantal · Nationalrat · 2007-06-21

Galladé Chantal · Nationalrat · Zürich · Sozialdemokratische Fraktion · 2007-06-21

Wortprotokoll

Unser Land hat eine einmalige Chance: Unsere Mehrsprachigkeit gibt uns die Chance für den schulischen Austausch, und zwar für einen schulischen Austausch, der nicht sehr teuer ist, für den man nicht sehr weit gehen muss, der vor der Haustür liegt. Das ist wirklich eine einmalige Chance, die wir noch viel zu wenig und nicht optimal nutzen.

Es stimmt, dass es etwas kostet. Herr Füglistaller sagt, es komme zu teuer und man müsse es deshalb gar nicht erst finanzieren; das finde ich schade. Für den Austausch sind alle, aber diesen Austausch gibt es nicht ganz gratis, weil es z. B. von der jeweiligen Lehrperson abhängt, ob der schulische Austausch für Klassen zustande kommt oder nicht.

Meine Vision, meine Idee wäre, dass jeder Schüler, jede Schülerin während der Schulzeit einmal für einige Wochen in einem anderen Sprachgebiet war, dort gelebt hat und zur Schule gegangen ist. Das ist es, was unser Land weiterbringt. Das ist es, was die Sprache fördert, was den nationalen Zusammenhalt fördert. Deshalb würde ich es wagen zu sagen, dass dies einer der wichtigsten Artikel überhaupt in diesem Gesetz ist. Er ist viel wichtiger als z. B. der nächste Artikel, bei dem wir uns auch über den nationalen Zusammenhalt streiten werden. Ich sage Ihnen, es ist nicht matchentscheidend, ob man zwei Jahre früher Englisch, Deutsch oder Französisch lernt. Viel wichtiger ist es, dass man möglichst früh eine zweite Fremdsprache lernt; eine zweite Landessprache muss man auf jeden Fall auch in der Schulzeit lernen. Wichtig ist das Ziel am Ende der Schulzeit, das Resultat. Das Resultat muss sein, dass jeder Jugendliche am Ende der Schulzeit mindestens eine zweite Landessprache und noch eine Fremdsprache beherrscht. Dann können wir von Sprachenvielfalt reden, dann können wir von einer gelungenen Sprachenpolitik für unser Land sprechen.

Es ist der schulische Austausch, der uns die andere Kultur schlussendlich näherbringt, der Freundschaften zulässt, der uns das Leben im anderen Landesteil und das Verständnis dafür näherbringt, wie es läuft, was anders ist, was gleich ist, welches die Eigenheiten, die Mentalitäten der Menschen in den anderen Landesteilen sind. Das können wir durch nichts, durch gar nichts ersetzen. Deshalb ist die Reihenfolge des Sprachenlernens, die nachher beraten wird, in meinen Augen eher Peanuts. Es wäre für den nationalen Zusammenhalt sicher nicht förderlich, wenn wir den Kantonen vom Bund her etwas aufzwingen. Viel wichtiger ist es, dass wir den Kantonen die Möglichkeit geben und sie darin unterstützen, diesen schulischen Austausch für alle Kinder, für alle Klassen zu ermöglichen. Das ist ein Gewinn für das ganze Land, das ist ein Gewinn für ein gutes Sprachenlernen, für eine gute Sprachenpolitik, das ist ein Gewinn für den nationalen Zusammenhalt.

In diesem Sinne bitte ich Sie, den Antrag der Minderheit I (Füglistaller) abzulehnen und den Antrag der Minderheit II (Savary) zu unterstützen.

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