Riklin Kathy · Nationalrat · 2007-06-21
Riklin Kathy · Nationalrat · Zürich · Christlichdemokratische Fraktion · 2007-06-21
Wortprotokoll
Hier steht die grosse Mehrheit der CVP-Fraktion hinter der Minderheit Sadis. Absatz 3 wurde erst aus Anlass der parlamentarischen Initiative Berberat in die Vorlage eingefügt. Diese Einfügung würde zu einem grossen Konflikt führen. Selbstverständlich stehen wir dazu, dass die Schülerinnen und Schüler eine zweite Landessprache lernen und kennen sollen. Doch Artikel 62 der Bundesverfassung besagt klar, dass für das Schulwesen die Kantone zuständig sind. Gerade in diesem schwierigen Bereich, wo Zürich mit dem Englischunterricht leider - das sage ich auch als Zürcherin - vorgeprellt ist, haben die Kantone nach langem Ringen eine Lösung gefunden. Die EDK hat sich auf den Sprachenkompromiss geeinigt. Diesem haben 24 Kantone zugestimmt; zwei haben sich der Stimme enthalten. Dieser Kompromiss liegt nun vor.
Jetzt will eine Mehrheit der Kommission das wieder ändern - eine unmögliche Situation! Die Präsidentin der EDK, Isabelle Chassot, selber französischsprachig, wehrt sich für den Kompromiss der EDK vom 25. März 2004 und gegen den Antrag der Mehrheit der WBK. Die EDK-Abmachung ist auf einer von der EDK erstellten Schweizerkarte festgehalten: Die Ostschweizer Kantone können mit Englisch als erster Fremdsprache beginnen, müssen aber noch in der Primarschule als zweite Fremdsprache Französisch anbieten. Das Erlernen der zweiten Fremdsprache wurde durch Volksinitiativen bekämpft. Die Kantone Schaffhausen, Thurgau, Zug und Zürich haben sich dann aber in Volksabstimmungen klar für zwei Fremdsprachen in der Primarschule und damit auch für das Französische entschieden. In Zürich und den meisten Ostschweizer Kantonen wird bereits damit in der zweiten oder dritten Klasse der Primarschule Englisch gelernt. Dies tun unsere Kinder mit grosser Freude und Begeisterung. Die Kantone haben bereits Millionenbeträge investiert, die Lehrerinnen und Lehrer ausgebildet, die Schulkonzepte erstellt und die Lehrbücher geschaffen. Diese Entwicklung können wir jetzt nicht aufhalten. Es wäre ein Stop and Go - oder ein Hüst und Hott für die, die es lieber Deutsch haben wollen. Zudem folgen die Kinder dem Englischunterricht, wie ich bereits erwähnt habe, mit grosser Begeisterung, und davon profitiert schliesslich auch die zweite Fremdsprache, das Französische. Das zeigen die Erfahrungen des Gymnasiums Appenzell Innerrhoden ganz klar - das waren die Allerersten, die mit dem Frühenglisch begonnen haben. Auch im Französischunterricht haben wir jetzt viel bessere Lerneffekte, und man hat viel mehr Freude am Französischen. Sie wissen alle, dass das Französische in der deutschen Schweiz leider nicht mehr sehr beliebt ist.
Profitieren wir von dieser guten Lösung, und überlassen wir den Kantonen den Entscheid. Im Kanton Tessin müsste man zudem noch entscheiden, welches die erste Landessprache wäre, die man lernen möchte.
Darum bitte ich Sie, den Kompromiss der EDK zu übernehmen und der Kommissionsminderheit zuzustimmen.