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Lang Josef · Nationalrat · 2008-06-12

Lang Josef · Nationalrat · Zug · Grüne Fraktion · 2008-06-12

Wortprotokoll

Die dramatische Hungerkrise, die globale Klimaerwärmung, die weltweite Rekordaufrüstung für die laufenden und zukünftigen Rohstoffkriege - das sind die drei schlimmsten Geisseln der Gegenwart. Sie bedrohen kurzfristig das Überleben von Abermillionen von Menschen und längerfristig das von Mutter Erde. Sie sind die Frucht eines Wirtschaftssystems und einer Marktideologie im Dienste der Banken und Multis, auch der Agromultis. Ihr Konkurrenzdogma und ihre Freihandels- und Exportmythen wurden durch den epochalen Uno-Agrarbericht widerlegt. Dieser bestätigt, was wir Grünen seit Jahren postulieren: eine naturnahe, ressourcensparende Landwirtschaft, die möglichst vielen Bauernfamilien die Existenz garantiert und primär für die lokalen und regionalen Märkte produziert. Ernährungssouveränität, Qualitätsstrategie und Energieeffizienz: Das ist die Alternative der globalen Sozialbewegungen und unsere Antwort auf die Agrarkrise. Aber Souveränität heisst nicht Autarkie, Selbstbestimmung heisst nicht zwingend Selbstversorgung. Ernährungssouveränität heisst demokratische Autonomie gegenüber einem Weltmarkt, der sozial und ökologisch blind ist, heisst Emanzipation von Organisationen, die die Multis über die Menschen stellen, heisst Loslösung der Agrarfrage aus der WTO, heisst Befreiung der Lebensmittel von der Börsenspekulation, dem heute wohl grössten Übel bei der Frage der Ernährung.