Aeppli Wartmann Regine · Nationalrat · 2000-12-07
Aeppli Wartmann Regine · Nationalrat · Zürich · Sozialdemokratische Fraktion · 2000-12-07
Wortprotokoll
Herr Beck, ich habe Ihre Frage teilweise akustisch nicht ganz verstanden. Geht es darum, dass ein Teil der Frauen, die zum Arzt kommen und einen Abbruch verlangen, schon wissen, was sie wollen? Dass es natürlich die Aufgabe des Arztes ist, diesen Willen auszuloten und abzuklären, ob er auch wirklich fest ist und ob es keine weiteren Zweifel gibt?
Wenn der Arzt oder die Ärztin feststellt, dass Zweifel vorhanden sind, hat er oder sie Erfahrung genug, die Frau an weitere Beratungsstellen zu verweisen, denn kein Arzt und keine Ärztin hat von sich aus ein Interesse, einen Schwangerschaftsabbruch vorzunehmen. Erfahrene Ärztinnen und Ärzte wissen auch, was für Konsequenzen Schwangerschaftsabbrüche, die trotz Zweifeln vorgenommen werden, haben können. Es ist also auch im Interesse der Ärzte, diese Vorgespräche zu führen und die Situation umfassend abzuklären. Das wird auch so gemacht. Die Beispiele im Ausland beweisen es.
Zu Herrn Hess Walter: Sie sagen, man müsse die Gründe, die zu einem Abbruch geführt haben, statistisch festhalten, um eine bessere Prävention zu ermöglichen. Ich kann Ihnen nur noch einmal sagen: Die beste Prävention sind Aufklärung und Information einerseits und Zugang zu Verhütungsmitteln anderseits. Das war schon immer so und ist weiterhin so. Es braucht keine zusätzlichen statistischen Auswertungen über die Gründe, die Frauen dazu veranlassen, einen Abbruch vorzunehmen.
Zum Antrag Hess Walter zu Artikel 120 Buchstabe c, der die Zustimmung der Eltern verlangt: Hierzu könnte ich nur wiederholen, was ich schon vorher gesagt habe, verzichte aber darauf. Wenn die Eltern nicht in diese Frage einbezogen werden, ist das Vertrauensverhältnis gestört. Dann ist es besser, wenn sich die junge Schwangere von spezialisierten Fachleuten einer Beratungsstelle als von ihren Eltern unterstützen und beraten lässt.
Frau Ménétrey-Savary, ich habe gesagt, persönlich könnte ich mich dem Antrag Haering anschliessen. Ich habe aber auch erwähnt, dass die Kommission die Notlage mit 14 zu 0 Stimmen bei 8 Enthaltungen gestrichen haben wollte.