Müller Geri · Nationalrat · Aargau · Grüne Fraktion · 2008-09-24
Wortprotokoll
Das Problem ist, dass in Afrika niemand lernen muss zu arbeiten. Sie müssen einmal nach Afrika gehen. Sobald die Sonne aufgeht, das ist um 6 Uhr morgens, ziehen Kinder, Jugendliche, erwachsene Frauen los; sie gehen teilweise 40, 50 Kilometer weit, den ganzen Weg. Sie holen Wasser, Holz und bauen ihre Grundlagen auf. Das ist die Arbeit der Afrikaner. Ein Beispiel aus Tschad: Das Einzige, was in Tschad an Arbeit anfällt - [PAGE 1311] gleichzeitig importieren internationale Ölgesellschaften philippinische Mitarbeiter für die Ölfelder in Tschad -, ist die Prostitution; dazu kommt, dass der Ölpreis sehr günstig ist. Das Gleiche können Sie über Kongo sagen. Dieses Land wird ausgebeutet. Die Leute spielen dort keine Rolle. Sie würden gerne arbeiten, wenn die Felder, die Minen ihnen gehören würden. Sie gehören aber korrupten Regimes, die von unseren Truppen - ich meine jetzt nicht die schweizerischen Truppen, sondern die europäischen, die US-Truppen - unterstützt werden. Das ist das Problem von Afrika - und nicht das andere.