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Leuthard Doris · Bundesrat · Aargau · 2008-09-18

Wortprotokoll

Nur kurz, Herr Bundesrat - (Heiterkeit) Entschuldigung, Herr Präsident. Ich hoffe, es hat keine Journalisten hier. (Heiterkeit; Zwischenruf des Präsidenten: Ich gehe davon aus, dass über 65-Jährige im Bundesrat nicht mehr erwünscht sind.)

Grundsätzlich bin ich Herrn Stadler für dieses Postulat dankbar, denn es greift tatsächlich Fragen auf, die uns seit einiger Zeit beschäftigen. Für die Schweiz als rohstoffarmes Land mit einem Importanteil von 40 Prozent im Bereich der Ernährung ist eine globale Strategie von grosser Bedeutung. Allerdings greifen Sie derart viele Fragen und Aspekte auf, dass uns das vor grosse Herausforderungen stellt. Wir werden über mehrere Departemente und Ämter hinweg koordinieren müssen. Ob dieser Bericht dann Ihren Erwartungen gerecht wird, weiss ich natürlich noch nicht. Es sind auch viele Fragen, die aus einer internationalen Optik ganz anders aussehen als aus einer nationalen. Der indische Reisbauer freut sich über die hohen Lebensmittelpreise, ebenso der Schweizer Bauer; dem bescheren sie bessere Preise. Aus der Sicht eines indonesischen Bürgers aber sind sie eine Katastrophe, weil für ihn wegen der Inflation die Situation weit dramatischer ist. Eine weitere Frage ist die Spekulation: Ja, was versteht man wirklich darunter? Wenn sich wegen gewisser Probleme am Finanzmarkt Investitionen auf Agrar- oder andere Rohstoffe verlagern, ist das bereits Spekulation? Das ist für uns natürlich nicht der Fall.

Das sind dann viele Fragen, die sich nur schon bei der Definition stellen. Insofern wird sich mit diesem Bericht eine Globalschau des Bundesrates - immer aus verschiedener Optik - erübrigen. Ich hoffe, dass es uns möglich sein wird, den Bericht in der ersten Hälfte 2009 vorzulegen.