Gutzwiller Felix · Ständerat · 2008-10-02
Gutzwiller Felix · Ständerat · Zürich · Freisinnig-demokratische Fraktion · 2008-10-02
Wortprotokoll
Ich danke dem Bundespräsidenten für die Beantwortung, die eigentlich das meiste klärt. Ich möchte nur noch die Gelegenheit benutzen, noch einmal deutlich darauf hinzuweisen, dass die Schweiz ein grosses Interesse daran hat. Der Bundesrat anerkennt ja, dass es wirklich sinnvoll wäre, mit bestimmten Staaten Gegenrechtsvereinbarungen auszuhandeln. Ich stelle auch mit Befriedigung fest, dass eine Arbeitsgruppe zum Thema Migration von Gesundheitsfachleuten eingesetzt ist, möchte aber einfach unterstreichen, dass das vielleicht auch geeignet ist, ein sehr langer Prozess zu werden.
Es gibt ganz konkrete, direkte Probleme. Zum Beispiel ist aus der Sicht des schweizerischen Nachwuchses eine Gegenrechtsvereinbarung mit den Staaten, die einen hohen medizinischen Standard aufweisen, beispielsweise mit den USA, dringend. Sie wissen vielleicht, dass Schweizer Ärzte und Ärztinnen, welche einen Teil ihrer klinischen Weiterbildung in den USA absolvieren, dort immer noch vorgängig ein Staatsexamen ablegen müssen. In denjenigen Ländern, die für uns von Interesse sind, herrschen teilweise also sehr strikte Anforderungen - um nicht zu sagen: diskriminierende Praxen -, währenddem wir umgekehrt grosszügig sind.
Ich möchte den Bundesrat also bitten, die restriktive Praxis der Medizinalberufekommission (Mebeko) beizubehalten, aber doch wenn möglich zügig vorwärtszumachen - vor allem bezüglich derjenigen Länder, die für die jungen Schweizer Ärzte und Ärztinnen von Interesse sind -, und danke im Voraus für diese Bereitschaft.